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I. Abteilung. Abhandlungen.
ereignete, was jetzt ausgeschlossen ist, wie z. B. daß man Waisenkinder sich selbst
überläßt, anstatt sich ihrer anzunehmen, daß in Wäldern noch Hexen und
Räuberbanden hausen u. s. w. Neue Nahrung erhält dieser geschichtliche
Anschauungsunterricht durch die biblische Geschichte, sowie durch Sagen und durch
die Heimatkunde. Besprechen wir im dritten Schuljahre unser Haus, so werden
wir nicht unterlassen, auch zu fragen: Wie sahen früher die Häuser aus? Wir
weisen nun die Kinder, hin auf den Unterschied zwischen alten und neuen
Häusern, zwischen alten und neuen Stadtvierteln, wir erinnern es an die in
Sagen und Märchen und biblischen Geschichten enthaltenen Schilderungen der
„Hütten", „Zelte" und Häuser und gewinnen so eine anschaulich-phantasiemäßige
Borstellung von dem Werdegange der Geschichte des Hauses, woran sich bald
eben solche kindlich angemessene Blicke in die Kulturgeschichte der Kleidung, der
Nahrung, der Wohnorte u. s. w. gesellen. Mit Namen und Zahlen kann man auf
dieser Stufe die Kinder fast ganz verschonen, doch ist mindestens im vierten Schuljahre
daraus zu achten, die Grundlage der Zeitrechnung zu erörtern. Begriffe wie
Jahrzehnt, Jahrhundert, Jahrtausend, vor und nach der Geburt des Herrn
Jesus, u. a. sind einzuführen und zu veranschaulichen, natürlich bei geeigneten
Gelegenheiten.
Die zweite Stufe bringt geschichtlichen Thatsachenunterricht.
Man wird zwar auch noch sagenhafte, phantasiehafte Züge zum mindesten mit
einflechten, aber doch nicht das ganze 5. Schuljahr nach Schröders Empfehlung
vorwiegend mit solchen abspeisen. Manche derselben verweise ich übrigens schon
ins vierte, wie den gehörnten Siegfried. Hauptziel ist, das Kind mit einem
hinreichend großen Vorrat von geschichtlichen Kenntnissen auszustatten. Die
lebensbeschreibliche Lehrweise kommt hier vorwiegend in Frage, denn Personen
mit ihrem wechselvollen Schicksale erregen zuerst und zumeist die kindliche Anteil
nahme und Erkenntnislust. Doch muß man sich stets vergegenwärtigen, daß dies
alles nur Mittel zu einem höhern Zwecke ist. Denn wenn ich weiß, daß
Berthold Schwarz das Pulver erfunden haben soll, so ist diese Kenntnis doch
recht überflüssig, sobald ich später nicht die große Bedeutung dieser Erfindung
würdigen lerne.
Die höchste und letzte Stufe, der ich die beiden letzten Jahre zuweise, stellt
der geschichtliche Denkunterricht dar. Zwar müssen die Kinder auf
allen vorhergehenden Lehrstufen auch denken, aber hier weichen die rein
persönlichen Rücksichtnahmen auf die Auffassungsfähigkeit mehr und mehr der
inhaltlichen Vertiefung. Der Geschichtsunterricht setzt nun mit aller Kraft ein
und sucht die Ziele, welche ihm gesteckt sind, zu erreichen. Zwar ist schon
unzählige Male wiederholt worden, daß die Kulturgeschichte mehr als bisher
zu berücksichtigen sei; doch muß man sich immer vor Augen halten, daß damit
noch gar kein an sich richtiger, einwandfreier, unfehlbarer Grundgedanke für die

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