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I. Abteilung. Abhandlungen.
des Papsttums und die deutschfeindliche Politik der Habsburger, sowie die Ohn
macht Deutschlands gegenüber Frankreichs Eroberungspolitik.
12. Das Emporkommen Preußens als ein neuer Hoffnungsstern für Deutsch
lands Zukunft.
13. Der erste Kampf des preußischen Norddeutschtums mit dem habsburgischen
Süddeutschtum.
14. Der Kampf des erstarkenden Deutschtums mit dem weltreichischen
Korsentum.
15. Die wirtschaftliche und staatliche Einigung Deutschlands durch Preußen.
16. Der Ausbau des Reiches im Innern.
17. Deutschlands Übergang zur Weltwirtschaft und Weltpolitik.
18. Die Weltwirtschaft und Weltpolitik im Zeitalter der Entdeckungen und
der Rückgang der vom Reiche im Stiche gelassenen Hansa: Deutschland als
reiner festländischer Binnenstaat.
19. Der Niedergang der westeuropäischen Weltmächte und das Empor
kommen Englands.
20. Das eigennützige Verhalten Englands gegen Deutschland: Germaniam
esse delendam. Made in Germany. Englands Pläne, Deutschlands
Einigung und wirtschaftliche Entwicklung zu hindern.
21. Die Entwicklung der Weltreiche im 19. Jahrhunderte.
22. Deutschlands Weltlage in der Gegenwart.
Wie man sieht, muß die neuere Geschichte in engster Verbindung mit der
Erdkunde bleiben. Diese wird nicht bloß, wie ihr Name sagt, reine Erdkunde,
auch nicht, was man seit Ritters Zeiten oft verlangt, Roherdkunde sein dürfen,
sondern vorwiegend, namentlich auf ihrer höchsten Stufe, als Staatenkunde und
Wirtschaftsgeographie auftreten. Im allerletzten Teile, im weltwirtschastskundlichen,
muß sie sich unbedingt zur Welt künde auswachsen und die Führung übernehmen.^
Im oberstufigen Geschichtsgange wird nicht der streng zeitliche Fortschritt
innegehalten; auch bleibt vieles unbeachtet, was noch heute breitspurig behandelt
wird, wie z. B. so manches Familiengeschichtliche der regierenden Herrscherhäuser,
wodurch der Geschichtsunterricht in einen losen Geschichtenunterricht aufgelöst wird,
ähnlich wie wir es in Scheiblhubers und auch in Dr. Spielmanns erstem Bande
seiner Präparationen finden. Vieles aber tritt in wesentlich anderer Beleuchtung
und Bedeutung auf, in einer solchen, die die Rücksicht auf die Erziehung für
die Aufgaben der Gegenwart fordert. Nicht unbeträchtlich ist vielleicht auch der
neu hinzukommende Stoff, um dessentwillen man allen mindergehaltvollen,
entbehrlichen möglichst beschneiden muß. Jedoch das wichtigste sind und bleiben
die neuen Betrachtungspunkte und Wertschätzungsmaßstäbe, welche dem oberstufigen
Geschichtsunterrichte der Zukunft sein auszeichnendes Gepräge aufdrücken.
Von einer besondern Stoffauslese kann zur Zeit noch abgesehen werden, da
erst der Grundgedanke sich allgemeine Zustimmung erringen muß. Ist der Streit
x ) Vergleiche meine Abhandlung: Deutsche Weltwirtschaft und Schule (Neue
Bahnen, 1902, Heft 7 ff.)

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