III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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theoretischen und praktischen Ausführungen klar und bestimmt den Stoff für die I. Stufe
des heimatkundigen Unterrichtes (also für die Mittelstufe) ab. Die beigefügten Unter
richtsbeispiele lassen darüber nicht im Zweifel, wie die Verfasser ihre trefflichen theore
tischen Ausfuhrungen über Aufgabe. Lehrgabe und Stoffauswahl gemeint haben. —
Im dritten Teile treten die Verfasser mit Entschiedenheit und Wärme für die Ver
wertung des heimatkundlichen Anschauungsmaterials in dem weiteren Geographie-Unter
richte ein. Wir stimmen den Verfassern auch darin vollständig zu, daß „leichtfaßliche
Bilder aus der Geschichte und Sage des Heimatsortes" den vorliegenden Unterricht be
leben und ergänzen sollen.
Wir wünschen der trefflichen Arbeit zahlreiche aufmerksame Leser.
2. Schwanold, Heinrich. Kleine Heimatkunde des Fürstentums Lippe. Bilder aus
der lippischen Geschichte und Landeskunde. Detmold 1900. Heinrichs.
Die von Tromnau-Wulle dargelegten Grundsätze finden in diesem interessant und
mit großem Fleiß bearbeiteten Büchlein von 70 Druckseiten eine beachtenswerte Illu
strierung. Der Verfasser ist Seminarlehrer in Detmold und hat sich durch ein größeres
Werk „Das Fürstentum Lippe" um die Landeskunde seines Ländchens von der Wissen
schaft anerkannte Verdienste erworben. Seine Heimatkunde geht im allgemeinen über
die Bedürfnisse der Schule hinaus, wird aber von den Lehrern des Fürstentums zur
„Weckung von Heimatsinn und Heimatliebe" mit Dank verwertet werden. Der grund
legende, sozusagen allererste heimatkundliche Unterricht, der sich mit den einfachsten
Stücken der mathematischen Geographie und der anschaulichen Erklärung geographischer
Begriffe beschäftigt, wird vom Verfasser vorausgesetzt. St. 55: Dreißig statt deißig.
Einige Bilder und vor allem eine Kartenskizze würden das ansprechende Büchlein noch
empfehlenswerter machen.
3. Bohnenkamp, H., Rector. Kleine Heimatkunde der Provinz Westfalen. Minden W.
1901. Volkening.
Nach einer orientierenden Übersicht über ganz Westfalen (Lage, Größe, Grenze,
Bodengestalt, Gewässer, Westfalens Geschichte und Bewohner) geht der praktische Schul
mann zu den natürlichen Landschaftsbildern der drei Regierungsbezirke über. Als
wichtigste Quelle seiner sehr empfehlenswerten Arbeit giebt der Verfasser die „Heimat
kunde der Provinz Westfalen" von Regierungs- und Schulrat G. Schulze an. Karten
skizzen, auf denen die besprochenen Landschaftsbilder abgegrenzt wären, fehlen leider.
4. Blasberg, Karl. Tie Kreise Lennep und Remscheid in Wort und Bild. Ein Führer
durch die Heimat, ihre Geschichte und Sage. Wermelskirchen 1901. Häcker.
Die Lektüre dieses Buches hat mir Freude gemacht; denn der es geschrieben, schöpft
aus den besten Quellen (lebendige Anschauung und gründliche Studien) und kennt die
Bedürfniffe der Schule. Die Rittersche Forderung von der Wechselbeziehung zwischen
Land und Leuten kommt überall zu ihrem Recht. Ganz besonders interessant und ge
lungen sind die in reicher Fülle vorhandenen Abschnitte aus der „Kulturgeographie".
Die Entstehung der einheimischen Industriezweige wird ausführlich geschildert, ebenso
eingehend werden die Verkehrsmittel und Wohlfahrtseinrichtungen besprochen. Der
sich in diesem Gebiete des bergischen Landes zugetragenen Geschichte widmet der Ver
fasser im 2. Teile sehr hübsch und anschaulich geschriebene Abschnitte; ebenso weiß der
geschichts- und sagenkundige Herausgeber von den wichtigsten Ortschaften dieser beiden
Kreise mancherlei Intereffantes lebendig zu erzählen. Zahlreiche Abbildungen von Burgen,
Kirchen, Denkmälern und Städtewappen dienen zur Verdeutlichung und zum Schmuck.
Außerdem ist manche schöne poetische Gabe eingestreut und ein brauchbares Kärtchen
beigefügt. — Wir empfehlen allen Kollegen, die sich ihres bergischen Landes erfreuen
möchten und Interesse erweckenden Stoff für die unterrichtliche Behandlung dieses herr
lichen Landschaftsgebietes suchen, das Büchlein von Blasberg als eine reiche Fundgrube.
5. Zwei Büchlein „Reue Heimatkunde von Nürnberg mit Umgebung in Wort und
Bild von G. Lang Nürnberg 1899. Kornsche Buchhandlung.
Dieselben beweisen, daß man auch in bayrischen Landen bemüht ist, den Schülern
der Unterstufe die Stadt- und Heimatskunde möglichst genießbar zu machen. Die
Nürnberger Kollegen dürfen dem Verfasser für seine fleißige und freundlich ausgestattete
Arbeit Dank wissen. Die kleinen Beschreibungen und Erzählungen können auf der
Mittelstufe als Diktatstoffe verwandt werden.
6. Beuermann, A. Landeskunde Preußens. Stuttgart & Berlin. Ausgabe A.
Spemann.
Das Werk erscheint in 10 stattlichen Bändchen, von denen jedes eine preußische

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