III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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auf der Stufe der Vergleichung und Verknüpfung heranzuziehen, wodurch die Fort'
bewegung im Unterricht gehemmt wurde. Das ist in der Neu-Aufiage ungleich besser.
Sie zählt nicht wie ehemals 287, sondern 208 Seiten. Dessenungeachtet bietet sie
noch so viel, daß nur ein Teil davon unterrichtlich verwertet werden kann. Was hin
sichtlich der Reichhaltigkeit des Inhalts von Staude gesagt worden, gilt ebenso von den
Thrändorfschen Präparationen. Erst dann wird mehr aus der Apostelgeschichte den
Schülern der beiden letzten Schuljahre dargereicht werden können, wenn diesem Pensum,
der Gründung der Kirche Christi, ein weiterer Raum gewährt wird. Im Ziller-Reinschen
Lehrplan wird der Apostelgeschichte ein ganzes Jahr gewidmet, wir würden schon zu
frieden sein, wenn für diese so überaus wichtige Epoche ein halbes Jahr bereit gestellt
bzw. frei gemacht wäre. — In beiden Werken sind die Präparationen nach den Formal
stufen abgefaßt. Der Unterzeichnete hat sowohl Staude als auch Thrändorf bei seiner
Vorbereitung auf den Religionsunterricht jahrelang benutzt und thut es mit Thrän
dorf heute noch; daher ist er befähigt, ein Urteil abzugeben. Ich kann beide Bücher
warm empfehlen.
Nr. 5 ist eine neue Erscheinung auf dem pädagogischen Büchermärkte; leider kann
ich nicht behaupten, daß der Fortbildung der Methodik ein Dienst damit erwiesen worden
wäre. Der Lernprozeß besteht bekanntlich aus einzelnen, successive sich vollziehenden
Vorgängen, aus dem Aneignungs- oder Apperzeptionsprozeß und aus dem Denk- oder
Abstraktionsprozeß. Es handelt sich also darum, zuerst einen neuen Gedankeninhalt dar
zubieten (seitens des Lehrers) und aufzunehmen seitens des Schülers) und zwar ab
schnittsweise; die Größe der zu bildenden Abschnitte hat sich in erster Linie nach der
Apperzeptionsfähigkeit, also nach dem Bewußtseinsraum und nach der Geistesreife der
Schüler zu richten. Damit die Auffassung aber ohne Hemmungen verlaufe, ist's not
wendig in einer Vorbereitung (Analyse) diejenigen älteren verwandten Vorstellungen
zuerst ins Bewußtsein zurückzurufen, durch welche das Neue erkannt, appercipiert werden
soll. Denn eine besondere Auffassungskraft giebt es nicht. Darnach folgt die Vorer
zählung. Erst wenn die Aneignung des Neuen vollzogen ist, kann an die denkende Durch
arbeitung desselben, an das Assepiieren, Gegenüberstellen, darauf an das Abstrahieren
oder Herausheben des Allgemein-Giltigen herangetreten werden. Eine solche regelrechte
Gliederung (Artikulation) des Unterrichts ist notwendig, weil sonst ein buntes Durch
einander, ein Mischmasch, nicht bloß im Verfahren, sondern auch im Kopfe des Schülers
entstehen würde. Diese Gesichtspunkte hat der Verfasser nicht bezw. nicht genügend be
achtet. Die I. oder vorbereitende Stufe fehlt durchweg. Ebenso findet auch die Ver
gleichung und die Abstraktion teils gar keine, teils nicht die richtige Würdigung. Zum
Beweis für das Behauptete führe ich an, wie Nickchen seine „Katechesen" gegliedert hat:
I. Erzählung. II. Allgemeine Fragen. III. Behandlung der einzelnen Abschnitte.
IV. Anwendung. In Einzelheiten einzugehen ist mit Rücksicht auf den knappen ver
fügbaren Raum nicht angängig.
Zu Nr. 6. Was im Vorhergehenden im Anschluß an Nickchen gesagt worden ist,
hat auch für die Falckeschen Präparationen vielfach Geltung. Den Lehrbeispielen gehen
Erörterungen über die Stellung, die Methodik des Unterrichts, den biblischen Geschichts
unterricht auf der Unterstufe voraus. Sicher wäre es zweckmäßig, dieselben vom her-
bartischen Standpunkte zu beurteilen. Dazu aber wäre ein längerer Aussatz notwendig.
Deshalb möge es hier mit der Bemerkung genug sein, daß ich dem in der Einleitung
Gesagten vielfach nicht zustimmen kann. Die unterrichtliche Behandlung vollzieht sich in
folgender Reihenfolge: I. Erzählung. II. Erläuterung. III. Anknüpfung der Lehrstücke
(Anwendung). In der Einleitung S. 23 nennen die Verfasser als erstes Stück der Be
handlung eine sachliche Verbreitung, welche den Zusammenhang mit der vorigen Ge
schichte herstellt und die unbekannten sachlichen und persönlichen Beziehungen klar macht.
Meinen die Verfasser damit die unter A gegebenen „Vorbemerkungen", die jeder Geschichte
vorangehen? Dieselben sind aber methodische Winke für den Lehrer; die herbartsche
Pädagogik fordert mit der Vorbereitung eine Zurüstang des Schülers für das neu Dar
zubietende, gewissermaßen eine Mobilifierung des im Schüler ruhenden verwandten An-
schauungs- und Gedankenmaterials. Von S. 150 ab sind ausführliche Lehrbeispiele in
Frage und Antwort gegeben. — Dem Fleiße der Verfafier von Nr. 5 und 6 gebührt
volle Anerkennung.
Nr. 7 ist für die Hand der Schüler bestimmt: Einband, Druck und Papier sind
gut, der Preis bei dem reichen Inhalt ein niedriger. Mit S. 168 beginnt der Anhang.
Derselbe enthält von S. 168—213 26 Abschnitte aus der Kirchengeschichte, sodann den

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