I. Abteilung. Abhandlungen.
Die Bedeutung der Jugendlitteratur.
Nebst einem Berzeichnis empfehlenswerter Jugendschriften. S. 481.
Von Peter Diehl
Die Jugendlitteratur ist, seit sie als eine besondere Gattung unseres natio
nalen Schrifttums -auftritt, stets von großer Wichtigkeit gewesen und gewinnt in
unserer Zeit noch größere Bedeutung. Unser gesamtes Volk sieht sich vor neue
Ausgaben gestellt und strebt weiteren und höheren Zielen zu. Soll unsere
Jugend vorbereitet werden, an der nationalen Arbeit sich in reiferen Jahren in
wirksamer und segensreicher Weise zu beteiligen, so kann es mit ihrer Ausbildung
und Erziehung nicht ernst genug genommen werden. Und wie der Schulunterricht
erweitert und vertieft, wie die Vorbereitung der Lehrer auf eine umfassendere
Basis gestellt wird, so muß auch der Jugendlektüre, die schon längst als „ein
unentbehrliches, schwer durch etwas anderes zu ersetzendes Hilfsmittel der Erzie
hung" bezeichnet worden ist, eine allseitigere kritische Aufmerksamkeit zu teil
werden. Dazu nötigen auch manche krankhafte Strömungen unserer Zeit, in der
Mammonismus, Materialismus und Umsturzgedanken auf weite Volkskreise einen
verderblichen Einfluß ausüben, von dem auch die Jugend nicht unberührt bleibt.
In erster Linie sind die Eltern berufen, der Jugendlektüre besondere
Beachtung zu schenken; denn die Familie hat das volle Weh zu tragen, wenn die
Erziehung der Kinder mißrät. In zweiter Linie ist es die Schule, die hier
mit eintritt. Ihre Arbeit bleibt erfolglos, wenn verwerfliche, geisttötende, oder
auch nur minderwertige Schriften in den Händen ihrer Schüler sind. Die Her
stellung guter Schülerbibliotheken ist darum auch von ihr schon lange ins Auge
gefaßt und als ein Thema in Lehrerkonferenzen und Lehrerversammlungen behandelt
worden. Wie es billig ist, nimmt sich auch die Kirche dieses Gegenstandes an,
da sie ihre Aufgabe überhaupt und namentlich im Konfirmandenunterrichte und
in der Christenlehre unmöglich erfüllen kann, wenn der Entwicklung des sittlichen
Gefühls durch ungesunde, bedenkliche, irreligiöse Schriften entgegengearbeitet
wird. Erfreulicherweise hat die Innere Mission angefangen, ihr Augenmerk
auf die Jugendlitteratur zu richten, und in Versammlungen über den Gegenstand
beraten und Verzeichnisse von empfehlenswerten Jugendschristen veröffentlicht. Die
Regierungen wirken in dieser Angelegenheit durch die Schulaufsichtsbehörden
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