III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
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h) Sammlungen vaterländischer und hi st arischer Gedichte.
15. Polack, Historische Gedichte. 2. Aufl. Gera, Hofmann. 144 S. Preis 0,50 M,
geb. 0,65 M.
16. Wolter, Vaterländische Helden und Ehrentage im Spiegel deutscher Dichtung.
Berlin, Mittler & Sohn. 180 S. Preis i,«o M-
i) Hohenzollernfahrten.
17. Zange, Prof. Dr., Die Jerusalemfahrt Kaiser Wilhelms II. im Lichte der Ge
schichte. Berlin, Reulher & Reichard. 25 S. Preis 0,40 M.
18. Köster, Dr. Jul., Hohenzollernfahrten zum heiligen Lande im Mittelalter und in
der Neuzeit. Berlin, Reuther & Reichard. 64 S. Preis l M.
Es mögen nun nach den vorausgegangenen Erörterungen nur noch einige kurze
Inhaltsangaben und gelegentlich auch einige Bemerkungen folgen.
Das erste Merkchen enthält zwei Ansprachen für die Unterstufe, drei für die Mittel
stufe und fünf für die Oberstufe — alle zur Feier des Geburtstages des Kaisers und
alle im Rahmen von Entwürfen zu Feiern — dann Schülervorträge und ebenso Gesänge
für alle drei Stufen. Zuletzt folgt noch ein Entwurf zu einer Feier des Geburtstages
der Kaiserin. Einzelne Ansprachen sind Bearbeitungen nach anderen Verfassern.
Das 2. enthält 6 Ansprachen, einen Entwurf zu einer solchen, ein Lebensbild des
Kaisers, 6 Gedichte für die Unterstufe und 24 für die Mittel- und Oberstufe.
Im dritten Merkchen sind enthalten vier vollständige Ausarbeitungen zu Feiern
und zwar eine für eine Geburtstagsfeier des Kaisers, eine für eine Gedenkfeier am
Todestage Kaiser Wilhelms l., eine für eine Gedächtnisfeier am Todestage Kaiser-
Friedrichs HI. und eine für eine Sedanfeier.
Von den Lebensbildern des Kaisers sind die beiden ersten reich und gut illustriert.
Das 2. ist das umfangreichste. Die beiden ersten sind in erster, das letzte — wohl im
Regierungs-Bezirk Koblenz viel verbreitet — in 3. Aufl. erschienen. Alle können zur
Verteilung bei Festfeiern empfohlen werden.
Reich ausgestattet ist auch das Büchlein, das die Lebensgeschichte der Kaiserin bringt.
Unrer den Lebensbeschreibungen Kaiser Wilhelms I. hebt sich die von Rocholl vor
teilhaft von den andern ab. Nach einer warm gehaltenen Vorrede behandelt der Ver
fasser seinen Stoff in folgenden Abschnitten: Kaiser Wilhelm; welch eine Majestät —
Prinz Wilhelm in der Schule des Lebens — der Prinz von Preußen als Ratgeber
seines königlichen Bruders — der Prinz von Preußen, ein echter Soldat — König
Wilhelm, der Erneuerer der preußischen Armee — König Wilhelm der Siegreiche —
König Wilhelm, der deutsche Kaiser. Schon diese Überschriften zeigen, daß das Büchlein
keine trockene Beschreibung, sondern eine interesiant und lesbar geschriebene Darstellung
des Lebens und Wirkens des alten Kaisers enthält.
Von demselben Verfasser ist auch ein Lebensbild des Grafen Moltke erschienen,
das auch diese Heldengestalt recht lebhaft uns in Erinnerung zu halten geeignet ist.
Die beiden folgenden Merkchen sind Festspiele zur Aufführung bei passenden Ge
legenheiten. Ohne sich gerade allzuviel um den poetischen Wert solcher Sachen zu
kümmern, wird man doch oft genötigt sein, sich ihrer zu bedienen, um das Festpublikum
zu unterhalten. Die Verlagshandlung des ersten verweist zur Besprechung gleich auf
den beiliegenden „Waschzettel". Ohne sich um diesen zu kümmern, kann man doch
sagen, daß das »Spiel" die Gestalt des Kanzlers in angemessener warmer Sprache uns
vor Augen führt und geeignet ist, vaterländische Gefühle zu beleben.
Das von M. von Brücker ist in zwei Ausgaben — eine für Mädchen und eine
für Knaben — erschienen und wurde wie mitgeteilt wird, in einer höheren Töchter
schule in Dresden und an einem Gemeindeabend in Halle mit großem Erfolge auf
geführt. Es will antworten auf die Fragen: Wer ist der Herr der Zeit? Wer ist der
Sieger? Wer die Hoffnung der Zukunft? Es enthält Bilder aus verschiedenen Jahr
hunderten. Aus der Zeit des Kampfes zwischen Heidentum und Judentum, aus der
Zeit, in der das Christentum zu den Germanen kam rc. Wie man sieht, eignet sich das
Stück auch zur Aufführung etwa in Jünglingsvereinen rc. Die Bilder sind nicht un
geschickt gewählt, werden auch ganz anschaulich angedeutet — aber auch fast nur an
gedeutet, so daß die einzelnen Bilder keine allzu tiefen Spuren hinterlassen: die Auf
führung mit den eingestreuten Gesängen (Wach auf du Geist der ersten Zeugen —
Heilige Flamme rc. — Es braust ein Ruf rc.) mag immerhin gefallen.
„Die Hohenzollern und die Freiheit" erschien 1898, um den Verherrlichungen der

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