Die Sprachschule rc.
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Wortformen hersagt oder aufschreibt, solange es nicht gleichzeitig befähigt wird,
dieselben als lebendige Glieder in seinen Sprach- und Ausdrucksschatz einzufügen
und sie selbständig zu gebrauchen. Um diesen notwendigen Selbstgebrauch nach
Möglichkeit zu fördern, werden die Wortbildungsübungen zunächst fach- und
naturgemäß eingeordnet und zur Veränderung des Ausdrucks verwendet. So
z. B. Heft 3, Seite 10: Ich freue mich, wenn die Vögel zurückkehren und
singen. Hier wird dann geschrieben: Ich freue mich über die Rückkehr und
den Gesang der Vögel. Solche und ähnliche Aufgaben ziehen sich durch alle
Hefte hindurch. Zuweilen werden nur bestimmte Wortarten, ja nur Wörter
mit angegebenen Nach- oder Vorsilben verlangt, um Gelegenheit zu mehr for
malen Behandlungen zu geben. Wo es der Sachstoff jedoch erheischt, liegt
der Hauptton auf der inhaltlichen und unterrichtlichen Unentbehrlichkeit. So
z. B. im 4. Hefte unter Armin, wo die Wörter und Ausdrucksformen, die sich
aufs Kriegswesen beziehen, eingeübt werden.
Vielfach hat die Wortbildung einen großen Wert für das Sprachverständ
nis, für die Aufhellung des sinnlichen Hintergrundes, der ursprünglichen Wurzel
bedeutung. Hierzu veranlassen die schon angegebenen Übungsformen. So z. B.
wenn wir fragen: Wie heißt ein Kämpfer, der im Streite noch nie erschrocken
ist? Ein Feind, vor dem einem grauen muß? u. s. w.
Häufig steht die Wortbildung im Dienste der Rechtschreibung. Dann ge
nügt die bloße Ableitung von neuen Sproßformen. Um jedoch der Gedanken
losigkeit vorzubeugen, stellen wir Fragen, deren Antwort das neue Wort er
fordert. Von dieser Übungsart ist ein vielfacher Gebrauch gemacht worden.
Denn dieselbe erweist sich am ersprießlichsten.
Auf den höhern Stufen hat die Verbindung von Rechtschreibung und Wort
bildung auch den Zweck, auf den Wechsel von nahverwandten Lauten hinzuweisen
und zugleich Rechtschreibungsfehlern vorzubeugen. So z. B. im 4. Heft auf
Seite 52, wo der Wechsel von ch und ck (Dach — Decke, Bruch — Brücke),
von g und ck (Ziege — Zicklein), ng und nk (schwingen — schwenken), oder
von ß und tz in heiß — Hitze (Seite 24), von t und 1t (Reiter — Ritter),
von b und pp (Knabe — Knappe) auf Seite 26 u. s. w.
Den Wortsippen ist, wie man nicht anders erwarten wird, ein großer
Raum gegönnt werden. Jedoch hütet sich die Wortsippenbehandlung sorglich
vor Einseitigkeit und Übertreibung. Die Wortfamilien sollen vor allem in
unterrichtlicher Beziehung unerläßlich, ersprießlich und natürlich sein. Daher wer
den sie in geschickter Weise eingestreut und vom ersten Hefte an berücksichtigt.
Oft ist eine Fragereihe aufgestellt, die die Kinder zwingt, durch ihre Antworten
die ganze Wortsippe neu oder noch einmal zu erzeugen. Nach solcher gründ
lichen Behandlung einiger der wichtigsten konnten andere in abgekürzter Form

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