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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Darum lautet mein Wahlspruch: Nicht Kampf gegen die Sprachschulen
an sich, sondern nur gegen alle veralteten und unmethodischen Sprachhefte!
Dagegen Kampf und Arbeit für eine gute, zweckmäßige und vortrefflich ein
gerichtete Sprachschule, die allen Forderungen der Sprachmethodik Rechnung trägt,
deren Reichtum im Reichtume vorzüglicher Aufgaben und Übungen besteht, die
eine Übungsschule der Sprachschulung ist!
II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens,
Biographien, Korrespondenzen, Lehrproben, Erfahrungen
aus dem Schul- und Lehrerleben.
Bemerkungen über den kirchengeschichtlichen Unterricht in
der Erziehungsschule.
Von H. Wetterling, Seminarlehrer.
„Wir gehen einer Zeit entgegen, in der
man die Kirchengeschichte zur allgemeinen
Bildung rechnen wird." (Hase.)
Wenngleich die Kirchengeschichte seit geraumer Zeit Daseinsrecht in der
niedern Erziehungsschule hat, so fehlt es doch vielfach an der rechten Würdigung
dieses Zweiges des Religionsunterrichtes. Sie wird noch oft als Stiefkind
behandelt, indem man ihr ein paar Wochen am Ende der Schulzeit zuweist.
Für den Katechismus- und biblischen Geschichtsunterricht ist wohl eine Flut von
methodischen Hilfsmitteln vorhanden, aber für die Kirchengeschichte beschränken sie
sich auf einige mehr oder weniger dürftige Leitfäden. Ist es nicht charakteristisch,
daß in einem bekannten Lehrbuche der Pädagogik keine Anweisungen über den
kirchengeschichtlichen Unterricht enthalten sind? Man wird sich oft trösten wegen
dieser Vernachlässigung. Wird doch manches Wissenswerte aus der Kirchen
geschichte bei der Behandlung des Kirchenliedes erwähnt, wie das Leben einiger
Dichter; anderes kommt im Geschichtsunterrichte vor, z. B. Konstantin, Bonifatius,
Huß, Luther; die Missionsthätigkeit findet im biblischen Geschichts- und Katechismus
unterrichte Beachtung. Auch ist nicht zu bestreiten, daß die Zweifel, ob der
erziehliche Wert der Kirchengeschichte dem der andern Zweige des Religions
unterrichts nur annähernd gleichkommt, bei der landläufigen Erteilung des
Unterrichts thatsächlich berechtigt sind. Denn im besten Falle bietet man Lebens
bilder, prägt die Geschehnisse abschnittweise ein und hebt die sittlich-religiösen
Gedanken heraus. Oft aber gestattet es die beschränkte Zeit nicht, sich eingehend
und liebevoll in die Thatsachen zu vertiefen. Dann beschränkt man sich auf die
Mitteilung und Einprägung einiger zusammenhangsloser Notizen, die ohne jeden
erziehlichen Wert sind. Es darf ruhig behauptet werden, daß man sich über
Ziel und Behandlung des kirchengeschichtlichen Unterrichts im allgemeinen nicht
so klar ist als in den andern Zweigen des Religionsunterrichts. So ist es die
Frage, ob die Kirchengeschichte überhaupt eine ihr eigentümliche Aufgabe in der

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