Das siebente Gebot.
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Angabe der Zeit für die Behandlung richtet sich natürlich nach den besondern
Schuleinrichtungen. Jedenfalls müßte zwischen dem biblischen Geschichtsunterricht
und dem abschließenden Katechismus etwa ein Jahr für den kirchengeschichtlichen
Unterricht vorbehalten werden.
Es liegt auf der Hand, daß in den Hähern Lehranstalten die Kirchengeschichte
mit mehr Verständnis apperzipiert werden kann und daß ihr deshalb in den
betreffenden Lehrplänen ein entsprechender Raum gegönnt wird. So ist es zu
begrüßen, daß in den neuen Bestimmungen für das preußische Präparanden- und
Seminarwesen vom 1. Juli d. Js. auch die Kirchengeschichte viel mehr zu ihrem
Rechte kommt als in den „allgemeinen Bestimmungen". Für die Apostelgeschichte
und für Bilder aus der Kirchengeschichte, in denen die äußere Entwicklung der
Kirche zur Darstellung kommt, ist das erste Halbjahr der ersten Präparandenklasse
niit drei Stunden wöchentlich vorgesehen; die erweiternde Wiederholung dieser
Stoffe und die Betrachtung der innern Entwicklung der Kirche soll im zweiten
Halbjahr der zweiten Seminarklasse in vier Stunden wöchentlich geschehen.
Hoffen wir, daß, durch diese Bestimmungen beeinflußt, die Kirchengeschichte auch
in der Volksschule gebührend geschätzt wird. Dann wird sie auch nicht verfehlen,
ihrerseits mitzuhelfen an der Erneuerung und Kräftigung des sittlich-religiösen
Lebens in der Gegenwart.
Das siebente Gebot.
Mittelstufe.
Vorbemerkungen.
Der Text des siebenten Gebotes ist schon auf der Unterstufe im Anschluß
an die biblische Geschichte veranschaulicht und eingeübt. Auf der Mittelstufe ist
nun das Gebot mit der Erklärung zu behandeln. Auch auf dieser Stufe soll
es an die biblische Geschichte angeschlossen werden. Trotz vielen Überlegens und
Rachschlagens in den besseren Katechismusbearbeitungen habe ich keine biblische
Geschichte finden können, durch welche alle Hauptwahrheiten des siebenten Ge
botes veranschaulicht würden. Aus einzelnen biblischen Geschichten werden daher
die einzelnen Hauptsätze des Gebotes als sittlich-religiöse Wahrheiten abstrahiert
(wachsen gleichsam aus denselben heraus). Bei der Zusammenstellung der einzelnen
Katechismussätze zu dem vollständigen Gebot bleibt aber noch der Satz übrig,
welcher noch nicht durch biblische Geschichte veranschaulicht ist: „Wir sollen unserm
Nächsten sein Geld oder Gut nicht mit falscher Ware oder Handel an uns
bringen."
Da zur Veranschaulichung dieses Satzes keine pafiende biblische Geschichte
vorhanden ist, müssen Beispiele aus dem kindlichen Anschauungs- und Erfahrungs
kreise genommen werden. Es ist stets von der Geschichte auszugehen. Das
Veranschaulichte, Erkannte wird zusammengefaßt und zunächst mit möglichst eigenen
Worten des Kindes unter Mithilfe des Lehrers ausgesprochen. Dann werden
diese Ausführungen vom Lehrer in die Form der Lutherschen Katechismussätze
gebracht und jedesmal nach der Gewinnung an die Wandtafel geschrieben. Die

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