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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
sitzende, Herr Hauptlehrer Grünweller-Saarn in. seiner einleitenden Begrüßung
auf drei Wünsche hinwies, welche christliche Lehrer und Schulfreunde in unserer
Zeit hegen müssen: Daß sich alle die, welche sich mit unserem Verein und unserer
Konferenz zu Christo, dem Auferstandenen als dem ewigen Fundament aller
Erziehung bekennen, in Einmütigkeit des Sinnes zusammenschließen, daß sie mit
allem Nachdruck dahin arbeiten möchten, daß wir an Stelle einer bloß wissen
schaftlichen und empirischen Pädagogik eine christliche Erziehungslehre erhalten, und
endlich, daß die Volksschule eine christliche Volksschule, eine Sache des christlichen
Volkes und der christlichen Schulgemeinde werde. Und gerade unser Verein, der
außer den Lehrern auch die Schulfreunde umschließen will, muß es als besondere
Pflicht ansehen, die Wechselbeziehung zwischen Schule und Familie zu pflegen und
den Dörpfeldschen Ideen zu ihrem Recht zu verhelfen. Indem der Vorsitzende
sodann, der Gepflogenheit der Konferenz gemäß, der bedeutsamsten Erscheinungen
im pädagogischen Leben des verflossenen Jahres gedachte, hob er dreierlei hervor:
Das neue Erziehungsfürsorgegesetz, die neuen Lehrpläne für das Präparanden-
und Seminarwesen und das Ableben des früheren Kultusministers Bosse, dessen
Andenken die Konferenz durch Erheben von den Sitzen ehrte.
Herr Pastor Hermann von Duisburg hielt nun im Anschluß an Luk. 21,
28—33 ein biblisches Referat, welches den Blick von der Weihnachtssreude,
die dem Kommen des Herrn ins Fleisch gilt, hinüberlenkt auf die Vollendung
des Gottesreiches, auf das Kommen Jesu Christi zum Gericht. Weihnachten
und die Wiederkunft des Herrn treten so in einen innigen Zusammenhang, be
deutet dieses den Anfang, so bezeichnet jene das Ende der Entwicklungsgeschichte
des Reiches Gottes. Eine Entwicklung des natürlichen Lebens auf dieser Welt
lehrt zwar auch die Naturwissenschaft, während aber nach ihrer Meinung diese
Entwicklung ein steter Kreislauf ohne Vollendung, ein ewiger Wechsel ohne Ziel und
Endzweck ist, weist im wesentlichen Gegensatz das Prophetenwort darauf hin, daß
Gott in seinem Reiche etwas völlig Neues schaffen werde. Wer im Glauben
durch Erfahrung und inneres Erleben sich die Heilsthalsachen der Weihnachtsge
schichte aneignet, nur der hat auch ein Interesse für die Zukunft seines Reiches.
Referent entwarf nun auf Grund der angeführten Bibelstelle ein prophetisches
Bild von der Zukunft des Herrn, von jenem Tage, da die Kräfte des Himmels
sich bewegen werden, und des Menschen Sohn kommen wird in den Wolken des
Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Es ist der große Frühlingsrag in
der Geschichte des Reiches Gottes, die Zeit des letzten und gewaltigsten Kampfes
zwischen der Leben weckenden Kraft der himmlischen Sonne und den finstern Ge
walten der Erde. Wann wird diese Zeit anbrechen? Ist sie noch fern, oder
stehen wir schon mitten darin? Wer mit offenen Augen die Zeichen der Zeit
betrachtet, der kann manches bemerken, was darauf hindeutet, daß das Kommen
dieses Gottesfrührlings nicht mehr in unabsehbarer Zeit liegen kann. Der Feigen
baum beginnt auszuschlagen.' Die Öde und Dürre, unter welcher noch vor 50
Jahren das kirchliche Leben erstarrt lag, ist einer gewaltigen religiösen Erneuer
ung gewichen, kraftvoller und mutiger als seit langem ist das Bekenntnis der
Anhänger unsers Herrn Christi geworden, entschiedener und glaubensfreudiger das
Eintreten für seine Wahrheit, aber auch grauenvoller und bewußter als je der
entschiedene Abfall, die gottfeindliche Auflehnung und der Haß der Widersacher.
Die Scheidung der Geister vollzieht sich immer intensiver. Noch ist die volle
Frühlingszeit nicht angebrochen, aber die Zeichen mehren sich in immer schnellerer

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