Weihnachtskonferenz in Oberhausen.
5. Auf der Oberstufe soll auf der Grundlage der neutestamentlichen Ge
schichten ein vertieftes Lebensbild Jesu, dem ein Lehrbild ergänzend zur Seite
tritt, gewonnen werden.
6. Bezüglich des Katechismusunterrichtes gingen die Ansichten so weit aus
einander, daß eine Übereinstimmung nicht erzielt wurde. Im allgemeinen stimmte
man dem Ref. darin zu, daß der eigentliche Katechismusunterricht d. h. die
unterrichtliche Behandlung und Verwertung der Katechismusfragen auf der Mittel
stufe möglichst in den Hintergrund treten, auf der Oberstufe sich aber auf die
wesentlichsten Fragen der drei ersten Hauptslücke beschränken müsie.
Was man bei der Erörterung vermißte, war der Hinweis auf den Zu
sammenhang zwischen dem Religionsunterricht der Schule und der religiös-sitt
lichen Atmosphäre, in welcher die Kinder in Familie und Gemeinde aufwachsen.
Hier liegt u. E. der Schwerpunkt der Frage. Wenn die Schule die Aufgabe
unternehmen will, Kindern aus religiös indifferenten oder gar religiös feindlichen
Familien einen Religionsunterricht zu erteilen, dessen Erfolge sich später im Leben
der schulentlassenen Jugend als eine Macht beweisen sollen, so glaubt sie etwas
Unmögliches leisten zu können. Wir empfinden ja täglich im Religionsunterricht,
wie vieles von dem, was wir thun und treiben, sich nur im Gebiet des in
tellektuellen Verstehens und des gedächtnismäßigen Aneignens bewegt, weil die
innere Erfahrung, welche den Resonanzboden für die religiöse Unterweisung ab-
giebt, ganz oder zum größten Teil fehlt. Gewiß bleibt die Verheißung besteben,
daß das Wort unsers Gottes überall da, wo es wahrhaftig und lauter gelehrt und
bezeugt wird, nicht leer zurückkommen soll, aber ebensowohl gilt auch für die
Aussaat dieses Samens, daß der Säemann den Boden kennen muß, den er be
arbeiten will. Warum wäre sonst der Apostel Paulus den Juden ein Jude und
den Griechen ein Grieche geworden. Es ist ohne Zweifel, daß viele Klagen
über den unerträglichen Druck, unter dem wir im Religionsunterricht seufzen,
verstummen würden, wenn man sich gewöhnen wollte, seinen Bereich nicht bloß
durch die vier Wände der Schulstube zu begrenzen, sondern sich seiner Voraus
setzungen draußen im wirklichen Leben der Familie und Gemeinde zu vergegen
wärtigen. Glaubt man aber die Erfahrung zu machen, daß es heutzutage gerade
um die religiöse Atmosphäre in den Familien denkbar schlecht bestellt sei, so
scheue man sich auch nicht, die Konsequenz daraus zu ziehen. Die verständige
Hausfrau, die das Feuer ihres Herdes erhalten will, sammelt gerade die schwachen
Fünklein mit besonderer Sorgfalt und widmet ihnen mehr Aufmerksamkeit als der
hell lodernden Flamme. Vergl. hierzu die Ausführungen im Januarheft S. 46 f.
Nach Wiederaufnahme der durch das gemeinsame Mittagsmahl unterbroche
nen Verhandlung hielt Herr Rektor Müller aus Duisburg den zweiten Vor
trag: Zur Konzentration des Unterrichts. Nachdem Ref. die Be
deutung und Unerläßlickkeit einer Konzentration der Unterrichtsstoffe und Fächer
kurz beleuchtet hatte, mies er zunächst die Unzweckmäßigkeil des Konzentrations
versuches Zillers und seiner Schule, besonders der Verfasier der acht Schuljahre:
Rein, Pickel, Scheller, nach, deren Fehler darin besteht, daß sie nach einseitig
theoretischen Erwägungen ein Konzentrationsprincip konstruieren und hierauf dem
selben die Unterrichtsstoffe anzupassen versuchen. So wird für jedes Schuljahr
ein besonderer Konzentrationsmittelpunkt geschaffen, auf den sich sämtliche Stoffe
dieses Jahrgangs beziehen, wodurch das Ganze in soviel Einheiten zerlegt wird,

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