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M. M.
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Kottfessions- und Simultanschule. Einem Aufsatze Prof. Reins über diesen Gegen
stand in Nr. 3 der „Zeitschr. für Philosophie und Pädagogik" entnehmen wir folgende
Stelle: „Prof. Th. Ziegler in Straßburg schließt das Vorwort zu seiner Schrift über
die Simultanschule mit dem doppelten Schlachtruf: Los von Rom; los von Witten
berg! Wohin aber der Weg dann gehen soll, darauf erhalten wir keine Antwort.
Nur das Mittel wird empfohlen: Einrichtung von Simullanschulen. Eine wunderbare
Selbsttäuschung aber ist es, wenn man glaubt durch die Simultanschule los von Rom
und los von Wittenberg zu kommen. Äußerlich ja. Der katholische Priester nimmt
den katholischen Religionsunterricht, der evangelische Geistliche den seinen. Die Schule
ist beide los, aber nur scheinbar. Denn die Lehrer bleiben, und diese sind teils katholisch,
teils evangelisch. Oder sollen durchweg Juden Schule halten? Dann wären wir
Rom und Wittenberg los, aber Moria mit dem Tempel Salomos hätten wir dafiir
eingetauscht. Oder sollen die Lehrer in ihrer religiösen Weltanschauung durch das
simultane Lehrerseminar so indifferent gemacht werden, daß auch nicht durch die kleinste
Ritze ihres Unterrichts der leiseste Luftzug eines religiösen Standpunktes durchwehen
dürfte? Ja, so objektiv sollen sie sein, solche Froschnaturen, solche Phonographen, die
nur herplappern, was in sie hineingebracht worden ist. Wehe den Kindern, die in
solcher Objektivität erfrieren — und wehe den Lehrern, die vor lauter Rücksichtnahme
kein kräftiges Wort sprechen dürfen."
Schulschlutz zu Ostern. Den unliebsamen Folgen, welche der wechselnde Termin
des Osterfestes für den Schulbetrieb hat, will eine recht beachtenswerte Verfügung der
Königl. Regierung in Liegnitz vorbeugen. Sie lautet: „Die Unzuträglichkeüen,
welche sich nicht nur in unterrichtlicher Beziehung, sondern namentlich auch in sozialer
Hinsicht daraus ergeben haben, daß das Osterfest, durch welches bisher Schluß und
Anfang des Schuljahres bedingt war, oft, wie auch im laufenden Jahre, auf einen
weit über den 1. April hinausgehenden Zeitpunkt fällt, hat uns zu der Anordnung
veranlaßt, fortan das alte Schuljahr am 31. März zu schließen und das neue Schul
jahr am 1. April zu eröffnen. Die Osterferien, wie sie durch unsere Bekanntmachung
vom 3. Mai 1904 festgesetzt sind, erleiden hierdurch keine Abänderung. Wir bemerken
aber, daß die nach Erfüllung der Schulpflicht aus der Schule scheidenden-Kinder, wenn
der Palmensonntag vor den 1. April fällt, am Sonnabend vorher, wenn er aber nach
dem 1. April fällt, am 31. März aus der Schule zu entlassen sind."
Aus dem Kulturetat für 1905. Der Etat der dauernden Ausgaben für
das Elementarschulwesen enthält 96 118 362 M. gegen 92 925 826 M. im Vorjahre.
Davon entfallen auf die Lehrerbildung 10 680 814 M. (gegen 9 954 320 M), die
Steigerung beträgt also 726 494 M. Auf die Seminare kommen 8 637 895 M., also
505 672 M. mehr als im Vorjahre, auf die Präparandenanstalten 2 042 919 M. (gegen
220 822 M.) Es ist die weitere Errichtung eines evangelischen Seminars in Lissa, je
eines katholischen Seminars in Thorn und Düren und eines katholischen Lehrerinnen-
Seminars in Arnsberg ins Werk gesetzt.
Die Gesamtsumme der einmaligen und außerordentlichen Ausgaben für die
Lehrerbildung beträgt 2 856 418 M. (gegen 2 332 368 M.); die außerordentlichen Aus
gaben für das Elementarschulwesen betragen 6 246 730 M. (gegen 5 682 418 M.).
15 000 M. sind bestimmt zur Gründung von 5 neuen hauptamtlichen Kreisschulinspektor
stellen, 45 000 M. zur Verstärkung des Fonds zu widerruflichen Vergütungen für Orts
schulinspektoren.
Ueber die zweite Lehrerprüfung entnehmen wir einer Verfügung des Provinzial
schulkollegiums der Rheinprovinz folgende Stelle: „Was die Weiterbildung in einzelnen
Wissensfächern betrifft, so ist es nicht nur zulässig, sondern sogar zu empfehlen, daß die
Lehrer sich in dem gewählten Fach auf ein engeres Gebiet beschränken, in diesem Ge
biete aber sich durch das Studium wissenschaftlicher Werke ein in die Tiefe gehendes
Wissen und eindringendes Verständis aneignen. Die Lehrer sollen nach der Prüfungs
ordnung in der zwecken Prüfung Wecker zeigen, daß sie sich mit einem pädagogischen
Werke eingehender beschäftigt haben. Es entspricht nicht dem Geist der Prüfungs
ordnung, wenn hierzu Werke gewählt werden, die schon im Seminarunterricht behandelt

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