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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens re.
Bitte für uns! Du weißt, wie wir uns fürchten, darum bitte, o bitte für uns!
Heiliger Antonius, ich verlasse mich auf Dich, Du wirst uns ganz gewiß helfen;
werden Dir auch etwas geben, aber helfen mußt Du jedenfalls, weil ich ein so
festes Vertrauen habe. Heiliger Antonius, hilf uns allen sechs, hilf Deiner
Franika.
Daß unter diesen Umständen die evangelischen Gemeinden alles daran setzen,
wieder eigene evangelische Volksschulen zu bekommen, ist wohl zu verstehen. Jetzt
sieht man erst ein, was man verloren hat, und in edlem Wetteifer sind alle
Kreise bemüht, die nötigen Mittel zusammenzubringen, um Schulen zu bekommen.
Auch in Laibach hofft man mit Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins, des Evan
gelischen Bundes und der evangelischen Glaubensgenossen im „Reich" — auch
der evangelischen Lehrerkreise — demnächst eine 1 oder 2klassige evangelische
Schule ins Leben rufen zu können. Schmell.
Rundschau.
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Der Verein evang. Lehrer und Schulfreunde in Rheinland und Westfalen hält
seine Generalversammlung und Jahreskonferenz diesmal am 19. April in Barmen ab.
Das Programm finden unsre Leser an andrer Stelle. Im Gegensatze zum bisherigen
Gebrauche werden beide Sitzungen an einem Tage abgehalten, und es steht wohl
zu hoffen, daß das einen günstigen Einfluß auf den Besuch der Versammlungen
ausüben wird. Außerdem wird ein Familienabend abgehalten, in dem 4 Redner
(Pastor Niemöller aus Elberfeld, Hauptlehrer Schmell aus Langerfeld-Dahl,
Pastor van den Bruck aus Barmen und Lehrer und Hausvater Bamberger aus
Elberfeld) über das christliche Haus und seine Bedeutung für die Er
ziehung sprechen werden. Mitglieder und Freunde des Vereins und seiner Bestre
bungen seien auch an dieser Stelle zu den Versammlungen herzlichst eingeladen.
Neubearbeitung der Bolksschullesebücher? Die König!. Regierung in Aachen hat
an die Kreisschulinspektoren unter dem 21. Januar folgende Mitteilung gerichtet: „Es
wird beabsichtigt, die neue Ausgabe des Volksschullesebuches für die sämtlichen
Regierugsbezirke der Rh ei Provinz tunlichst gleich zu gestalten. Da die hierzu
erforderlichen Verhandlungen der einzelnen Regierungen untereinander und mit dem
Provinzial-Schulkollegium längere Zeit in Anspruch nehmen, kann die Einführung des
neuen Lesebuches keinesfalls vor Ostern 1907 in Aussicht genommen werden.
Wir haben daher den Verlagsbuchhändler W. Crüwell in Dortmund ersucht, von
dem bisherigen Buche eine den Bedarf für die Schuljahre 1905 06 und 1906 07 deckende
Auflage in der neuen Rechtschreibung zu veranstalten. Dieser hat sich hierzu bereit
erklärt und wird die bisherige Lesebuchausgabe für den Regierungsbezirk Aachen unter
Anwendung der neuen Rechtschreibung, aber sonst inhaltlich unverändert, neu drucken
lassen und mit Beginn des neuen Schuljahres in den Handel bringen.
Minister und Konsistorium. Im preußischen Landtage sagte der Kultus
minister auf eine Anregung von freikonservativer Seite aus: „Nun, meine Herren, ist
Hr. Abgeordneter Frhr. v. Zedlitz auch auf die Frage der Lokalschulinspektion ge
kommen. Ich glaube, seinen Ausführungen insoweit beipflichten zu müssen, als diese
Frage als in Fluß befindlich in ihrer weiteren Entwicklung wohl abgewartet werden
muß. Aber was ich zu konstatieren habe, daß die Unterrichtsverwaltung nicht in der
Lage ist, schon jetzt auf die Mitwirkung der geistlichen Ortsschulinspeklion zu verzichten.
Ich halte es für durchaus bedenklich, daß sich in dieser Beziehung eine Maulwurfs
arbeil geltend macht, welche weite Kreise der Bevölkerung zu der Überzeugung bringen
muß, daß ein Gegensatz besteht zwischen den Aufgaben der geistlichen Lokalschulinspektoren
und der Schulaufsicht, der nur dazu beitragen kann, die ohnedies schon vorhandene
Kluft noch zu erweitern.
Ich bedaure auch, meine Herren, daß z. B. das Konsistorium in Koblenz sich aus
eigener Machtbefugnis für ermächtigt gehalten hat, eine Enquete über die Frage zu
veranstalten, ob es angezeigt sei, die Lokalschulinspektion durch Ortsgeistliche noch ferner

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