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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
mehr zur Hand nimmt, auf Gottes Wort nicht mehr hört, seinen Willen durch
einen Ihresgleichen zu verkünden, auf dessen gewaltige Sprache sie hören und sie
durch diesen Mann, der nicht fern stand vom Reiche Gottes, wieder Geschmack
finden lehren an allem Wahren und Reinen und Göttlichen, sie durch diesen
unsrer Edelsten, hinter dem das Gemeine in wesenlosem Scheine lag, wieder zum
ewigem Lichte zu führen? Sicher hat der fromme Nationalökonom Roscher recht,
wenn er sagt, bei Schiller habe nur weniges gefehlt, um ihm die letzte Binde
von den tiefsten Wahrheiten des Christentums zu nehmen. Helfen wir dem
nachwachsenden Geschlecht, sich in Schiller zu vertiefen, wir weisen es damit auf
den Weg zu Christus!
Zur Geschichte des Schul-
wesens. O Biographien.
Korrespondenzen. M m
II. Abteilung.
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Lehrproben, m 9»
Erfahrungen aus dem
Schul- und Lehrerleben.
Zur Schulverfassung.
Einleitung: Eine neue bedeutsame Auslassung Pastor Zillessens.
In Nr. 1 der „Monatlichen Mitteilungen des Vereins zur Erhaltung der
evangel. Volksschule" von 1905 und darnach auch in der „Evangel. Volksschule"
veröffentlicht Pastor Zillessen unter dem Titel „Gleichberechtigung" einen
Artikel, der die Frage behandelt: „Wer soll das entscheidende Wort
darüber sprechen, ob die Volksschulen simultan oder konfessio
nell einzurichten sind?" Seine Erörterungen über diese „wichtigste, aller
wichtigste Frage" (Z.), die geradezu den Rern der ganzen Schulverfassung be
trifft, gewinnen darum in gegenwärtiger Zeit für uns eine besondere Bedeutung,
weil wir doch mit aller Wahrscheinlichkeit erwarten dürfen, daß sie zu der heiß
umstrittenen Frage, in welchem Verhältnis Zillessen bezüglich seiner Schul
verfassungsanschauungen zu Dörpfeld stehe, einen recht beachtenswerten Beitrag
liefern. Sehen wir sie uns deshalb recht genau an und vergegenwärtigen wir
uns zunächst, um die Leser zum eigenen Prüfen zu befähigen, unter Ausschaltung
alles überflüssigen Beiwerks, den Inhalt seiner Darlegungen. Zillessen sagt
a. a. O.: „Der nationalliberal-konservative Schulkompromiß bestimmt klar und
deutlich, daß die Volksschule in der Regel, wie bisher, konfessionellen Charakter
tragen soll, und es sind nur ganz bestimmte Fälle vorgesehen, in denen ein Ab
weichen von der Regel gestattet ist. Damit ist selbstverständlich die Gleich
berechtigung der Simulranschule mit der Konfessionsschule ausgeschlossen.
Eben diese Gleichberechtigung aber wird neuerdings mit stets wachsendem
Nachdruck verlangt. . . . Diejenigen, welche diese Forderung zuerst aufgestellt
haben, sind samt und sonders entschiedene Freunde der Simultanschule und aus
gesprochene Gegner der Konfessionsschule?) . . . Für die allgemeine Einführung
der Simultanschule ist gegenwärtig weder die Staatsregierung noch die Mehrheit
des Parlaments zu haben. Es kommt also alles darauf an, den gesetzgebenden
Faktoren des Staates die Entscheidung darüber, ob die Schulen konfessionell oder
i) Auch Dörpfeld?

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