Zur Schulverfassung.
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simultan sein sollen, zu entziehen und sie solchen Korporationen zu übertragen,
die entweder der Simultanschule schon geneigt sind oder ihr doch mit leichter
Mühe geneigt gemacht werden können. . . . Hat nun aber die staatliche Unter
richtsverwaltung in dieser Beziehung nichts mehr zu sagen — wer soll das
entscheidende Wort darüber sprechen, ob die Volksschulen simultan oder konfessionell
einzurichten sind?"
In der nun folgenden Auseinandersetzung über diesen Punkt weist Zillessen
die Forderung, daß „den Verwaltungskörpern der bürgerlichen Gemeinden"
diese Entscheidung zugebilligt werden müsse, weil ihnen ja auch die Schulunter
haltungspflicht auferlegt sei oder doch noch auferlegt werden solle, als „unzulässig,
ungehörig und ungerecht" ab, wie das ja „schon Rektor Dorpfeld in geradezu
meisterhafter Weise nachgewiesen hat. Woher stammt denn das Geld, hat er
u. a. gefragt, und wem gehört es, mit dem sie die Schulen unterhalten?
Unterhalten der Bürgermeister und die übrigen Mitglieder der bürgerlichen
Gemeindeverwaltungen die Schulen vielleicht aus ihrer Tasche? Nein, es ist
das Geld der Steuerzahler, der evangelischen und katholischen Gemeindeglieder,
mit dem sie die Schulen unterhalten, und das sie nur zu verwalten haben!
Die einfachste Billigkeit und Gerechtigkeit, fahren wir fort, erfordert
also auch, daß auf die Gesinnung, die wünsche, die Rechtsansprüche
der Steuerzahler Rücksicht genommen wird."*)
Diese Abfertigung durch den Hinweis auf die gebührliche Rücksichtnahme
gegen die Steuerzahler würde indes wenig stichhaltig sein, wenn Zillessen nicht
unter den Steuerzahlern eigentlich nur die Eltern im Sinne hätte, deren Kinder
die Volksschule besuchen (also nicht sämtliche Steuerzahler, physische, und nicht
physische, verheiratete und unverheiratete usw.), denn er spricht nachher davon,
daß dann unter Umständen die Eltern gezwungen würden, „ihre Kinder
wider ihr Gewissen in Simultanschulen zu schicken, sie einer Schule anzuver
trauen, deren Einrichtung und Geist ihrer innersten und heiligsten religiösen
Überzeugung widerspricht."
Gerade deshalb aber, weil Zillessen unter den Steuerzahlern die Eltern
versteht, auf deren Rechtsansprüche Rücksicht zu nehmen sei, lege ich mit allem
Bedacht nochmals den Finger auf den von mir gesperrten Satz: „Die einfachste
Billigkeit und Gerechtigkeit usw." Denn darin deucht uns doch die Anerkennung
recht unzweideutig zum Ausdruck gebracht worden zu sein, daß die Entscheidung
über den in Frage gestellten Punkt eigentlich in der Hand der Eltern liegen
müste, sofern nicht eben unabweisbare Hindernisse solches verbieten. Doch hören
wir Zillessen selbst hierüber weiter und merken wir recht auf, denn hier kommt
der eigentlich kritische Punkt der ganzen Abhandlung. Er sagt nämlich weiter:
„Mit um so größerem Nachdruck und um so größerem Schein, wahren, echten
Freisinns weist man dann aber auf die Schulgemeinde, die Gesamtheit der
zu einem Schulbezirk gehörigen Hausväter oder Familienvorstände, hin. Da
gegen, daß den Schulgemeinden die fragliche Entscheidung übertragen wird,
soll kein Mensch etwas sagen können. Sie werden ja doch von den Steuer
zahlern und von den Vertretern des hervorragendsten Schulinteressenten, des
elterlichen Hauses, gebildet. Dem Anschein nach allerdings, das läßt sich nicht
leugnen, kommen hier Toleranz, Freisinn, Liberalismus zu ihrem vollen Recht.
0 Bon mir gesperrt. D> Ref.

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