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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens.
kenntnis geradezu entgegengesetzter Mechanismus entsteht, wenn — nicht immer wieder
in anschaulicher Weise Entstehung und Wesen des Bruches zu klarer Darstellung kommen.
Als ein praktisches Hilfsmittel zu dieser Arbeit bietet sich nun eine von Rektor
Vogelsang-Barmen konstruierte Bruch-Rechenmaschine — an.
Ein kräftiges Holzgerüst trägt 10
starke Eisenstäbe, welche ausgewechselt
und auf zwei Haken, die an der Rück
seite des oberen Querbalkens ange
bracht sind, gelegt werden können.
Auf jedem Stabe sind in 12 cm langen,
hell und dunkel gefärbten Holzkörpern
3 Ganze dargestellt und zwar in der
obersten Reihe 3 ungeteilte Ganze. Die
andern Stäbe zeigen die Teilung in
/r, /s, I*, /»> /«, /s, /», /»» und In.
Die 3 Ganze in jeder Reihe sind durch
dünne, genügend lange Holzröllchen
scharf getrennt. Durch ein verschieb
bares Brett kann die eine Seite der
Maschine verdeckt werden. Der Preis
ist auf 33 Mark festgesetzt. Dieses neue
Anschauungsmittel ist in seinem Aufbau
so einfach und in seiner Handhabung
so klar und durchsichtig, daß es auch
dem schwächeren Schüler bei geeigneter
Verwendung der Maschine leicht sein
wird, sowohl das Wesen des Bruches
und seine Funktionen zu erkennen, wie
auch später jeden Bruchrechenfall durch
Erinnerung an die überaus einfachen
und leichtfaßlichen elementaren Ope
rationen an der Maschine zu lösen,
umsomehr als sich der Apparat in
seiner Konstruktion ganz an die in den
ersten Schuljahren benutzte Russische
Rechenmaschine anlehnt. Die dadurch geschaffene Einheitlichkeit der Anschauungsmittel
für den Rechenunterricht wird sich in ihren günstigen Folgen zweifellos bemerkbar machen.
Der Erfinder sieht die Vorteile des neuen Unterrichtsmittels in folgenden Stücken
— nach dem beigegebenen Prospekt —:
1. Die Maschine ist bei jedem methodischen Lehrgang zu gebrauchen.
2. Sie veranschaulicht nicht nur die wichtigsten im praktischen Leben gebräuchlichen
Brüche, sondern gestattet auch, mit diesen Brüchen zu rechnen.
3. Sie hilft Aufgaben veranschaulichen und rechnen, die über 1 hinausgehen.
4. Sie ist sowohl beim Addieren, wie beim Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren
mit gleichnamigen und ungleichnamigen Brüchen zu gebrauchen.
5. Sie gestattet den Schülern, selbsttätig zu sein und dem Lehrer, sei^r.e Lunge
zu schonen.
6. Sie läßt besonders klar erkennen, daß der Wert eines Bruches abnimmt, wenn der
Nenner größer wird.
7. Ihre Holzkörper sind so groß, — ihre Ganze sind 12 om lang — daß sie deutlich
gesehen werden und zur Hälfte gebeizt, damit sie unterschieden und übersehen werden
und so angeordnet, daß die zur Veranschaulichung entbehrlichen Körper mit Hülfe
verschiebbarer Röllchen aus Buchsbaumholz und unter Benutzung eines verschiebbaren
Brettes, das als Wandtafel dienen kann, den Blicken der Schüler bequem ent
zogen werden können.
8. Die Eisenstäbe, auf denen die Holzkörper sich verschieben lassen, sind auswechselbar,
sodaß die Brüche auch nach ihrer Verwandtschaft (/r, /* /s; /», /«, /s, /l2.) angeordnet
werden können.
9. Sie erschwert die Regierung der Kinder nicht, weil der Lehrer beim Handhaben
der Maschine die Schüler im Äuge behalten kann.

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