Zum Geschichtsunterricht.
239
das Gebiet des Einzelnen hinüberreichen. Außerdem ist dem Zögling zu zeigen,
daß er nur dann seinen Beruf als Kind seines Volkes erfüllt, wenn er bei seinem
Tun sich gegenwärtig hält, daß seine Arbeit auch dem Wähle der Gesamtheit
dienen soll.
Wenngleich nun alle diese Momente innerhalb des Geschichtsunterrichtes
selbst ihre Beachtung finden müssen, so glauben wir doch, daß etwa gegen Ende
der Schulzeit das Gesamtmaterial in mehr geordneter Form zur Darbietung
gelangen muß. Der Geschichtsunterricht muß, wie Dörpfeld in seiner Gesell
schaftskunde verlangt, durch einige Lektionen in dem angedeuteten Sinne ergänzt
werden. Wer dem Rate des Altmeisters bei seinem Geschichtsunterricht gefolgt
ist, der wird bekennen müssen, daß er recht hat. Die Richtlinien hat Dörpfeld
in seinem Repetitorium des naturkundlichen und humanistischen Realunterrichts
gegeben. Wie sich die Lektionen etwa gestalten können, soll an einigen nach
stehend gezeigt werden.
Die sechs Lebensgüter und die Arbeit.
1.
Bei der Besprechung der Hohenzollernfürsten haben wir gesehen, wie sie
unablässig bestrebt gewesen sind, die Wohlfahrt ihrer Untertanen zu fördern.
Die Kinder entsinnen sich, daß sie den Ackerbau zu heben suchten durch Ein
führung nützlicher Kulturpflanzen, durch Urbarmachung sumpfigen Bodens, durch
Anordnung der Erlegung schädlicher Tiere, durch Befreiung der Bauern von
der Erbuntertänigkeit. wodurch das Interesse für die Bebauung des eignen
Bodens wuchs usw.
Ebenso werden die Schüler daran erinnert, wie sie ihre Fürsorge dem
Handel und Gewerbe zuwandten durch Gründung von Spinn-, Porzellan-, Tabak-
und anderen Fabriken, durch Ausfuhrverbote für Wolle, durch Anlegung von
Fahrstraßen usw.
Die Folge dieses Strebens war, daß die Untertanen, falls sie auch das
Ihrige taten, das zum Leben Notwendige erwerben konnten. Sie besaßen Nahrung,
Kleidung, Wohnung. 1. Artikel. Wozu konnten die Bewohner gelangen? Da
der Wohlstand zum Leben erforderlich ist, so nennt man ihn ein Lebensgut. Hier
-sind die Begriffe „reich und arm, wohlhabend und bedürftig" usw. zu erörtern.
Da wir Nahrung, Kleidung usw. zu unserm Leben notwendig haben, so
hat uns Christus gelehrt, darum zu bitten. 4. Bitte. Erörterung, warum wir
nicht um Reichtum bitten sollen. Gleichnis vom reichen Manne; der reiche
Jüngling. 1. Tim. 6.
Es wird sodann auf unsere Pflicht hingewiesen, um zum Wohlstand zu
gelangen. Erinnerung an Gottes Wort: Im Schweiße deines Angesichtes usw.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Welche Sprichwörter erinnern daran,
daß Arbeiten allein nicht genügt, um zum Wohlstände zu gelangen? An Gottes
Segen ist alles gelegen. Bete und arbeite. Das Dichterwort: der Segen
kommt von oben. Ebenso Ps. 127.
Was muß 3. zum Arbeiten hinzutreten? Erinnerung an das Lesestück: Ein
Gläschen Schnaps. Zum Erwerben muß das Bewahren kommen. Geeignete
Sprichwörter, die das Sparen betonen, sind zu nennen. Rechenaufgaben beweisen
den Wert des Sparens. Warnung vor Alkohol. Die Kinder nennen zum Schluß
Wohlstandsarbeiten. Zusammenfassung.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.