Volkstümlicher apologetischer Kursus.
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im Einverständnis mit den Eltern zurückstellten bis zum nächsten Aufnahme
termin. Wenn die nötige körperliche und geistige Reife da ist, läßt sich ein
regelmäßiges Fortschreiten viel eher erwarten.
Alles in allem halten wir bei warmer Anerkennung der gesunden päda
gogischen Gedanken in den Reformplänen Dr. Sickingers die Organisation unserer
Schulen auf der Grundlage des Schulgemeindeprinzips für die bessere, da sie
am ersten in der Lage ist, den inbetracht kommenden Schwierigkeiten zu be
gegnen. Wo es die Verhältnisse nötig machen, sollten allerdings für die be
sonders schwachbegabten die in den meisten Städten schon vorhandenen Hilfs
schulen weiter ausgebaut und auch den besonders begabten Schülern vielleicht
durch Anfügung von Selekten an einigen günstig gelegenen Schulen die Möglich
keit zu weiterer Ausbildung gegeben werden. Schwell.
Volkstümlicher apologetischer Lursus.
Am 25. April fand im Evangelischen Vereinshause zu Barmen der dies
jährige apologetische Kursus statt. Die Beteiligung war eine zahlreiche. Nach
dem um 9 Uhr der Kursus mit Gesang und Gebet eröffnet war, ergriff Herr
Lic. Weber das Wort, um die Notwendigkeit und Bedeutung dieser Kurse zu
betonen. In unserer Zeit des scharfen Gegensatzes zwischen Glauben und Un
glauben tue es not, und es verlange auch das evangelische Bewußtsein, uns mit
den Einwürfen des Unglaubens innerlich auseinanderzusetzen. Wir müssen die
Grenze zwischen Glauben und Unglauben scharf ziehen; aber wir wollen jedem
ehrlichen Zweifler gern die Hand bieten, um ihm, soweit möglich, über die An
stöße hinwegzuhelfen. Allerdings könne man nur durch eigenes Erleben und Er
fahren der Wahrheit gewiß werden. Um aber die Wahrheit gegenüber deni
Unglauben zu verteidigen, brauchen wir die theologische Wissenschaft. Nach
einem kurzen Rückblick auf die vorjährigen Kurse sprach Redner seine Freude
aus, daß Professor v. Orelli von Basel gekommen sei, um hier seinen Vortrag
zu halten, er sei Nachkomme einer Familie, die viel um ihres Glaubens willen
erlitten habe, ja sogar vertrieben worden sei. Auch für unsere rheinische Kirche
sei es von Segen gewesen, daß sie lange Jahre unter dem Kreuz gewesen sei.
Dann erteilte Redner Herrn Professor v. Orelli das Wort zu seinem Vor
trage über den Gang der alttestamentlichen Heilsgeschichte. Die
Gedanken dieses inhaltreichen Vortrages waren ungefähr folgende: Heilsgeschichte
sei kein wissenschaftlicher Ausdruck für einen „allgemeinen Religionskongreß",
aber vor gläubigen Christen könne man wohl von Heilsgeschichte als wissenschaft
lichem Ausdruck reden. Die Quelle der Heilsgeschichte sei natürlich das Alte
Testament. Diese Quelle gebe aber kein vollständiges Bild von der politischen
Geschichte des Volkes Israel. Professor Oettli sagt in der Vorrede zu seiner
„Geschichte Israels" folgendes: „Die Geschichte Israels nach den Anforderungen
moderner Geschichtswissenschaft zu schreiben ist eine unlösbare Aufgabe. Denn
die biblischen Quellen, die uns zu Gebote stehen, wollen wohl den Finger
Gottes im irdischen Geschehen, aber nicht den pragmatischen Zusammenhang der
Begebenheiten unter dem Gesetz von Ursache und Wirkung aufzeigen. Jener
oberste Gesichtspunkt hat bei ihnen sowohl die Auswahl als die Gestaltung der
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