248 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Überlieferungsstoffe bedingt. Auf viele Fragen, die der Historiker stellen muß,
bleiben sie uns die Antwort schuldig, und ganze Zeiträume, die für den Gang
der Geschichte nichts weniger als bedeutungslos waren, liegen beinahe dunkel und
leer vor uns." Es ist das vielleicht zu viel behauptet. Es waltet nämlich ein
höherer Pragmatismus in der Geschichte Israels, es gibt dort keine endlichen
Ürsachen, sondern nur göttliche. Wir haben allen Grund festzuhalten an dem
Bilde, das uns das Alte Testament von Israels Geschichte gibt. Das Alte
Testament bietet uns die Heilsgeschichte in ihrem nationalen Verlaufe. Abraham
ist der Ausgangspunkt dieser Heilsgeschichte. Erst die Patriarchen, dann Mose.
Abraham ist eine historische Persönlichkeit, das bestätigen die verschiedenen Quellen.
Es sind in der Patriarchengeschichte ganz andere Gestalten, als die Volkssage sie
bildet. Es ist eine ganz bescheidene Geschichte. Sowohl die Schwächen wie die
Vorzüge dieser Männer werden berichtet. In Kanaan sind sie nur geduldete
Fremde, sie haben kein Recht im Lande. Ihre Charakterbilder gestalten sich zu
lebendigen Persönlichkeiten, darin stimmen die verschiedenen Quellen überein. Be
sonders edel ist die Stellung Abrahams zum irdischen Gut. Er will nichts be
sitzen, was ihm sein Gott nicht beschert. In 1. Mose 13 ist er die Großmut
selbst, was man von Jakob nicht sagen kann, der würde vielleicht in einem
solchen Falle anders gehandelt haben. Eine andere Quelle zeigt uns dieselbe
Eigenschaft bei Abraham. 1. Mos. 23 will er keine Grabstätte geschenkt haben
für seine verstorbene Gattin, er kauft sich eine um volles Geld. Der Name
Abraham bedeutet: mein Vater ist erhaben, d. h. mein Gott (der mit den
Menschen in Beziehung steht) ist erhaben (Hommel). Wenn man sagt, kein Volk
kenne seinen Stammvater, er erscheine erst später in Dichtung und Sage, so ist
das bei den Semiten anders. Dort herrscht das Familienschema vor. Alle
Glieder gruppieren sich um den Stammhalter, wenn sie auch nicht alle physisch
von ihm abstammen. 1. Mos. 12 beginnt lebendige Familiengeschichte. Es sind
historische Personen. Mit Abraham beginnt die Offenbarung. Es spricht Gott
zu den Menschen. Ein ganz persönlicher Gott tut einer menschlichen Person
deutlich seinen Willen kund. Der Gott der Bibel ist ganz und gdr persönlich
und tritt der Einzelperson gegenüber. Sein Wort ist das Privilegium Israels.
Er ist der, der im Himmel wohnt, und es ist keine Rede davon, daß er auf
ein Land beschränkt ist. Er waltet mächtig überall. Allerdings sind die Ver
fasser noch nicht schulmäßig gebildet. Wenn es heißt, Gott will hinabführen
und die Bosheit in Sodom besehen, ob sie wirklich so groß ist, so ist das noch
eine kindliche Vorstellung, aber es ist doch ein allmächtiger Gott und ein ethischer
Gott, wenn man auch schulmäßig noch von seiner Allwissenheit nichts weiß. Sie
wissen aber, so Jakob in Bethel, daß der lebendige Gott so und so gesprochen
hat. Man sagt, der moderne Mensch versteht das Sprechen Gottes nicht. Es
ist ja abhängig von der Kulturstufe und Geistesanlage eines Menschen. In der
Mission hat man ähnliches Sprechen Gottes erlebt. Wir dürfen über diese
Sachen nicht zu modern abendländisch denken. Die besondere Form ist auch keine
Auszeichnung. Später hat dann Mose sein Volk unter gewaltigen Taten Gottes
ausgeführt. Wenn in Mose nicht ein Prophet dagewesen wäre, der diese Gottes
taten dem Volke erläutert hätte, wären sie unwirksam geblieben. Er hat den
Bund vermittelt zwischen Jahwe und seinem Volk. Man findet in ägyptischen
Denkmälern keine Spur vom Auszug der Kinder Israel. Die Ägypter haben
aber niemals aufgezeichnet, was für sie unrühmlich war. An sagenhaften An-

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