254 IT. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Leute aufklären, das erfordert keine Opfer, aber zu den Untenstehenden herunter
steigen, sie emporziehen, ihnen wirklich helfen, das geht nicht ohne Opfer und
ohne Leiden. So ist Jesus zu dem Reich des Leidens und der Sünde herunter
gestiegen und hat andern einen Aufstieg aus der Tiefe erschlossen. Das sind
nicht kultische, sondern sittliche Begriffe.
Endlich die objektive Bedeutung der christlichen Erfahrung. Man will heut
zutage Jesu wohl Hochachtung bezeugen, sich im Blick auf sein Vorbild Kraft
holen, das Gute zu erstreben, aber die Predigt von Sünde und Gnade, den
Glauben an Jesus, das Gebet zu Jesu lehnt man ab. Man sagt, das sei eine
fremde Welt. Man mache innerlich die entsprechenden Erfahrungen nicht, und
weder könne der Mensch willkürlich seinem Erleben gebieten, noch könne er über
seine Erlebnisse hinaus.
Demgegenüber ist mit wissenschaftlicher Beweisführung wenig auszurichten.
Wir können solche Leute nur auf Jesum selbst hinweisen. Wir sollen, wie der
Apostel sagt, den Menschen Jesum vor die Augen malen. Das ist keine Wissen
schaft, sondern eine Kunst. Wenn wir Jesum anschauen im Ernst und in der
Aufrichtigkeit der Selbstbeurteilung, so muß er uns immer größer und wir vor
uns selbst immer kleiner werden. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
Es ist hier wie bei jeder Wiffenschaft. Sie baut sich auf gewissen Grund
voraussetzungen, Axiomen, auf, die man niemandem beweisen kann, (sondern die
von vornherein gegeben sind. Man kann sie nicht beweisen, nicht weil sie so
schwierig wären, sondern weil sie so einfach, von selbst einleuchtend sind. Den
Eindruck, wie groß Jesus ist, kann nur Jesus selber geben.
Die Geschichte Jesu Christi ist der Inhalt des Evangeliums des Paulus.
Er hat diese Geschichte nur aus seiner reichen Erfahrung heraus verarbeitet. Er
hat nichts anderes sein wollen als ein Knecht Jesu Christi. Darum gilt auch
ihm gewiß das Wort des Herrn: „Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein."
In der anschließenden, sehr lebhaften Diskussion, an der sich außer dem
Vorsitzenden, Pastor Die. Weber, und dem Referenten die Pastoren Simsa
von Barmen, K a t t e n b u s ch von Lennep, R a h l e n b e ck von Köln und Stein
von Düsseldorf beteiligten, wurden noch manche der berührten Punkte von ver
schiedenen Seiten beleuchtet. Es trat dabei in erfreulichster Weise hervor, daß
auch Vertreter dessen, was man wohl „moderne Theologie" nennt, weit entfernt
sind von den Wegen, die die modernste religionsgeschichtliche Schule gehen zu
müssen glaubt. (Volkszeitung für Westdeutschland.)
Die Aonfefsionalrtät der Volksschule im „alten"
Preußen.
Der „Kampf um die Schule", der heute wieder heftiger entbrannt ist,
reizt dazu, rückwärts zu schauen und die Frage auszuwerfen: Wie stand es denn
in der Hinsicht im „alten Preußen", in dem Preußen, das noch nicht die Ein
wirkungen der französischen Revolution erfahren hatte? Erscholl denn auch in
ihm der Parteiruf: „Hie konfessionelle, hie Simultanschule!"? Freilich konnte
es auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, diese Frage überhaupt zu stellen.
Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche, das nach der konfessionellen Spaltung

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