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I. Abteilung. Abhandlungen,
erobert Ehre und Reichtum, ihrem Gatten wird es nicht mangeln; ihre Söhne stehen
auf und preisen sie selig, ihre Töchter handeln auch tugendsam. Ein holdselig
Weib, das fromm bleibt, ist wie eine Helle Lampe auf dem heiligen
Leuchter, wie eine goldene Säule auf silbernem Fußblatt."
Ähnlich ein Jesus Sirach, aber zugleich auch warnend:
„Schöne Weiber haben manchen betört, und böse Lust ist davon entbrannt wie
Feuer. Es geht keine List über Frauenlift, kein Zorn ist bitterer als Frauenzorn. Die
Sünde kommt her von einem bösen Weibe, und um ihretwillen müssen wir alle
sterben."
Daß solchen Zeugnissen entsprechend der Einfluß seitens der Frauenwelt
auch bei allen andern Kulturvölkern gewesen, erfahren wir aus der Geschichte
derselben. Wir finden bei allen, gemäß der von geistvollen, gründlichen, ethno
logischen Forschern (namentlich v. Orelli, Semper, Hilprecht, Ehren
reich, Peschel, Ratzel, Gutberlet, Hommel) festgestellten Resultaten,
die auch durch viele neuerdings in den altassyrischen, altbabylonischen und alt
ägyptischen Bauresten gemachten Entdeckungen bestätigt worden, einen erfreulichen
Aufschwung in ihrer Erstentwickelung, und zwar ganz ähnlich wie in Israel
grundwesentlich durch den Einfluß der Religion, die allerdings ursprünglich bei
sämtlichen Völkern ein auf der Naturoffenbarung beruhender Monotheismus ge
wesen (s. auch Röm. 1 u. 2). Die Religion war „der mütterliche Schoß,
von welchem aus sich das ganze Geistesleben der Menschheit, namentlich auf den
Gebieten der Gesetzgebung, Geschichtsschreibung, Dichtkunst, Architektur, Stern
kunde rc., entfallet hat." Da nun Religion und Sittlichkeit allezeit in innigstem
Abhängigkeitsverhältnis gestanden, so mußte selbstverständlich der Einfluß der
Frauen, in denen von jeher das religiöse Gefühl eher, leichter als bei Männern
erregbar und zu hingebungsvollem Bekennen und Schaffen geneigt ist, sich be
sonders machtvoll und fördersam erweisen. Daher ist es erklärlich, daß bei allen
Kulturvölkern in dem Familienleben derselben ursprünglich eine erfreuliche Rein
heit herrschte. Die Ehe wurde heilig gehalten, der Ehebruch aufs strengste be
straft. Die Chinesen sahen in der Ehe „das Abbild der Vereinigung von
Himmel und Erde, woraus die ganze Erscheinungswelt geboren worden." Auch
den Indern galt die Ehe als eine heilige Stiftung und war durch strenge Ge
setze geschützt; es war dem Vater ausdrücklich verboten, seine Tochter ohne ihre
Einwilligung zu verheiraten oder gar zu verkaufen. Das eheliche Leben der
Altägypter war gleichfalls ein liebevolles. „Die Frau war frei von dem sonst
im Familienleben des Orients herrschenden Zwange." Wie erfreulich, sittlich
rein auch bei den Althellenen das Verhältnis der Eheleute gewesen, finden wir
in besonders anziehender Weise in der Odyssee Homers dargestellt. „Nichts",
so läßt H. den Odysseus bezeugen, „ist wahrlich so wünschenswert und er
freuend, als wenn Mann und Weib, in herzlicher Liebe vereinigt, ruhig ihr
Haus verwalten, dem Feinde ein kränkender Anblick, aber Wonne dem Freund,

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