Verein evang. Lehrer und Schulfreunde für Rheinland und Westfalen. 295
Versammlung am Vormittag wurde mit dem gemeinsamen Gesang „Herz und
Herz vereint zusammen", Schriftverlesung (Joh. 13, 1—17) und Gebet von
Herrn Hindrichs, dem ersten Vorsitzenden, eröffnet. Herr Rheinen als zweiter
Vorsitzender hieß die Erschienenen herzlich willkommen und begrüßte besonders die
aus weiter Ferne gekommenen Gäste, Herrn Jnstitutsvorsteher Stäbler und
Verlagsbuchhändler Benziger aus Stuttgart und Herrn R. Sydow aus Hamburg,
den Redakteur der „Volks- und Jugendschriften-Rundschau". Herr Rektor Hindrichs
konnte in seinem Berichte mitteilen, daß die Zahl der Mitglieder auf 760 ge
stiegen ist. Während in 15 Kreisen monatliche Konferenzen stattfinden, geschieht
dies in zwei Bezirken viertel- und in einem Kreis halbjährlich; aus vieren fehlt
leider jedes Lebenszeichen. Notwendig ist es für die gedeihliche Entwicklung jeder
Vereinsarbeit, daß von Zeit zu Zeit grundlegende Arbeiten aus der Psychologie,
Ethik und Schulverfassung auf die Tagesordnung gesetzt werden, damit der ge
meinsame Boden nicht verloren geht. Ebenso dürfen die Arbeiten aus der Ge
schichte des Schulwesens nicht vergessen werden, da wir aus der Vergangenheit
für Gegenwart und Zukunft lernen können. Der Vorstand hat sich in fünf
Sitzungen mehrfach mit dem Schulkompromiß, der Statutenänderung u. a. be
schäftigt. Der wichtigste Punkt in den neuen Statuten ist die Gliederung des
Vereins in Ortsvereine und Eiuzelmitglieder und die Bildung des Vorstandes.
Der erweiterte Vorstand besteht aus den Vertretern der Zweigvereine, die für je
30 Mitglieder einen Vertreter entsenden können. Der erweiterte Vorstand wählt
aus seiner Mitte einen Vorsitzenden, den Schrift- und Kassenführer, sowie deren
Stellvertreter als engeren Vorstand. Die durch einen Artikel im „Ev. Schul
blatt" von G. Range über die „Schulverfasiungsfrage" bewirkte Auseinander
setzung mit Pastor Zillessen ist dank dem Entgegenkommen beider Teile und der
treuen Hilfe von Freunden zu einem friedlichen Abschluß gebracht worden. Daß
der Verein noch seine Aufgabe hat in unserer Zeit, ergibt ein Rückblick auf die
Fragen, die für das Schulwesen von Bedeutung waren; so kamen zur Besprechung
die Trennung der Geschlechter, Simultanschulfrage, Hcmdfertigkeits- und Koch
unterricht, große oder kleine Schulsysteme u. a. m. Eine treue Stütze des Ver
eins ist seit 1857 unser „Evang. Schulblatt" gewesen, das keine wichtige Zeit-
und Erziehungsfrage unerörtert gelassen hat, und dessen Herausgebern wir zu
warmem Danke verpflichtet sind. Durch die Unterstützungskasse des Vereins ist es
möglich geworden, bis jetzt schon 16000 M. zur Verteilung zu bringen; auch
diesmal sind wieder 300 M. dafür in Aussicht genommen worden, die hoffentlich
noch erhöht werden können. Eine Belebung des Vereins an den Orten, wo es
nicht recht vorwärts will, wird nur möglich sein, wenn Arbeitslust und
Liebe zur Sache sich verbinde«. Es sollte kein Verein es versäumen,
wenigstens zweimal im Jahre zusammenzukommen und dann Sorge zu tragen,
daß den Teilnehmern etwas geboten wird, dadurch werden die jüngern Kollegen
am ersten gewonnen. Unsere Vereine dürfen auch nicht vergessen, aus Gottes
Wort immer wieder die beste Kraft zu schöpfen und also Bibelbesprechstunden
oder Vorträge über religiöse Fragen in den Rahmen ihrer Arbeit einzugliedern.
In der Besprechung wurde gewünscht, auch die „Schulfreunde" wieder mehr
in das Vereinsinteresse zu ziehen durch Besprechung allgemeiner Themen und den
jungen Kollegen durch Zusendung eines Flugblattes Kenntnis von dem Zwecke
des Vereins zu geben. Den Kassenbericht erstattete Herr Hillebrand; er konnte
von einem Kasienbestand von 620 M. berichten.

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