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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Schillers Auslassungen über den moralischen Zweck der Bühne, ferner seine
Dramen und seine „ästhetischen Briefe".
Schillers Bedeutung für die Vollendung des Idealismus liegt darin, daß
er in seinen Dichtungen typische Vorbilder des Idealen gegeben hat und die
sittlichen Forderungen in weisen Sentenzen zum Ausdruck brachte. In seinen
Werken erscheint Schiller als Kosmopolit, aber mit nationaler Tendenz, der zur
Vaterlandsliebe begeistert. Die Kunst ist ihm eine Predigerin, der Künstler ein
Priester der Gottheit. Er ist nicht gegen die Kirche; aber er stellt die Kunst
mit ihr in gleiche Linie; er hat unmittelbar für das Christentum gewirkt, indem
er Rationalismus und Materialismus überwinden half; sein Idealismus hat den
Geist des Glaubens gestärkt, wovon die Rückwendung seiner Zeit zum positiven
Christentum den Beweis liefert. Und ihm selber war die Religion eine Haupt-
und Begleitstimme seines Lebens.
Die anschließende Debatte drehte sich hauptsächlich um die Weltanschauung
Schillers und seiner Zeit, wobei der Vortragende noch geeignete Bücher zum
Studium empfahl, u. a. Külpe, Philosophie der Gegenwart, 41. Band aus
Teubners Natur- und Geisteswelt.
Vorträge und Debatte hatten dazu angeregt, Schiller mit Schillers eigenen
Augen zu lesen, Schiller geschichtlich zu verstehen. K.
29. Rheinischer Provinzial-Lehrertag. Den Hauptgegenstand der diesjährigen
Tagung in Saarbrücken behandelten die Herren Lehrer Grote aus Elberfeld und
Rektor Müller aus Barmen. Das Vereinsthema lautete: die Simultanschule.
Herr Grote führte aus: Der Kampf um die Schule ist so alt wie die Schule selbst.
Zuerst galt es einen Kampf gegen die Schule; dieser wurde vom Feudalismus und
der Hierarchie geführt, die in der Schule nicht ohne Grund ihren Gegner sahen, da
Bildung frei macht von Unwissenheit und Aberglauben, von unwürdiger Bevormundung
und Knechtschaft. Die Rechtsansprüche der Kirche an die Schule sind unbegründet.
Die katholische Kirche hat die Schule nicht ins Leben gerufen und konnte es auch nicht,
sie hat es nicht mit der Erkenntnis und Vernunft zu tun, sondern mit dem Glauben.
Ebensowenig hat die Reformation die Schule geschaffen. Dies ist vielmehr das Ver
dienst der Hohenzollernfürsten; der Vater der preußischen Schule ist Friedrich Wilhelm I.
Die Schule ist nach Entwickelung und Wesen eine Veranstaltung des Staates, sie muß
seinem Wesen möglichst konform sein, deshalb muß sie alle Religionsbekenntnisse um
fassen. Die Konfessionalität der Schule ist kein Interesse des Staates, sondern der
einzelnen Religionsgemeinschaften. Sie gibt der Staatsschule einen ihr fremden Cha
rakter, sie hat zur Folge, daß die Kirche auch das Hoheitsrecht über die Schule ver
langen muß. Auch bei Verteilung der Schullasten entstehen durch konfessionelle
Sonderung Schwierigkeiten. Außerdem sind besondere finanzielle Opfer erforderlich.
Ferner erleiden die Schüler Schaden durch die größere Menge wenig gegliederter
Schulen. Man kann nicht zu Gottes- und Menschenliebe erziehen, wenn man den
Kindern vor Augen führt, daß es Menschen gibt, zu denen man halten, und solche,
die man möglichst meiden muß. — Auch der Konfessionsschule fehlt die Einheitlichkeit
nämlich im Lehrinhalt, insofern die Naturgeschichte der Bibel eine andere ist als die
der Reallehrbücher. — Zu dem Bedenken bezüglich der Schulaufsicht, die für kon
fessionelle Schulen konsequenterweise nur konfessionell sein kann, gesellt sich eine
Schwierigkeit in der Lehrerbildung; die höheren Schulen und die Universität sind
paritätisch.
Herr Müller verteidigte als Korreferent in seinem Vortrag folgende Thesen:
I Die Simultanschule hat im Vergleich mit der Konfessionsschule manche Nachteile.
1. Dadurch, daß sie im Religionsunterricht Lehrer und Schüler nach Konfessionen

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