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III. Abteilung. Literarischer Wegweiser.
als Erziehungs- und Unterrichtsmittel ganz entschieden abzuweisen, dagegen in Er
ziehungsanstalten, Anstalten zur Heilung von Sprachgebrechen unter gewissen Voraus
setzungen zu verwenden seinen.
2. Gutzmann, Albert, Direktor der städt. Taubstummenschule in Berlin: Kleine Streif
lichter auf die kirchliche, soziale und gesetzliche Stellung der Taubstummen. Berlin,
Elwin Staude. 30 S. 1 M.
Infolge ihrer geringen lautsprachlichen Verkehrsfähigkeit befindet sich die große
Mehrzahl unserer Taubstummen innerhalb der menschlichen Gesellschaft in einem un
würdigen Zustand der Isoliertheit und Abhängigkeit. Die Streiflichter des rühmlichst
bekannten Verfassers wollen auf diese traurige, abgesonderte Stellung, die der Taub
stumme heute noch in Gemeinde, Kirche und vor dem Gesetz einnimmt, hinweisen zu
dem Zwecke, daß das Bildungsniveau der Zurückgesetzten den heutigen sozialen Ver
hältnissen gemäß erhöht und ihr Dasein menschenwürdiger gestaltet werde.
3. Stegemann, Diedrich, Rektor emor.: Heilung des Stotterns, für jedermann ver
ständlich. Essen, Baedeker. 98 S. 1,60 M.
Ein durchaus praktisches Büchlein, das von Lehrenden und Lernenden mit gutem
Erfolge benutzt werden kann.
4. Strohmayer, Wilhelm, Dr. in Jena: Die Epilepsie im Kindesalter. Vortrag. Alten
burg, Oskar Bonde. 30 S. Preis?
Dieser Vortrag wurde am 2. Aug. 1902 in Jena auf der 4. Versammlung des
„Vereins für Kinderforschung" gehalten. Die Absicht des Vortragenden war, „in einem
wissenschaftlich erschlossenen und gebahnten Terrain dem Laien verständliche Wegweiser
zu setzen. Möchten sie ihm oft den rechten Weg — zum Arzte — weisen, zum Heile
manches unserer kranken Kinder!" Wer sich über die Epilepsie und ihre Behandlung
unterrichten will, findet in diesem Schristchen eine reiche Fülle von Belehrung.
5. Reukauf, A., Dr., Seminaroberlehrer in Hildburghausen. Abnorme Kinder und
ihre Pflege. 2. Aufl. Langensalza, H. Beyer u. Söhne. 28 S. 35 Pf.
Der Verfasser handelt über die Erscheinungen nervöser und seelischer Abnormitäten,
über ihre Gründe und über ihre Bekämpfung in sehr verständiger und klarer Weise.
6. Weise, Richard, Schuldirektor in Radebeul. Die Fürsorge der Volksschule für
ihre nicht schwachsinnigen Nachzügler. Vortrag. Langensalza, H. Beyer u. Söhne.
33 S. 45 Pf.
Ein interessantes Schristchen, dessen Lektüre jedem Lehrer warm zu empfehlen ist!
Um den Inhalt anzudeuten, geben wir die vier Hauptgedanken wieder: 1. Zur richtigen
Beurteilung der Nachzügler ist eine genaue Kenntnis ihrer Eigenart erforderlich. 2. Die
Wirkung einzelner Ursachen des Zurückbleibens kann abgeschwächt werden durch ein
gutes Einvernehmen mit dem Elternhause. 3. Die Zahl der Nachzügler läßt sich ver
mindern durch angemessene Gestaltung des Unterrichtsbetriebs. 4. Zur Förderung der
trotzdem übrig bleibenden Nachzügler sind besondere Nachhilfestunden einzurichten.
7. Schmitz, Albert, Rektor in Höxter: Zweck und Einrichtung der Hilfsschulen.
Langensalza, H. Beyer u. Söhne. 18 S. 30 Pf.
Über den Zweck, die äußere und innere Einrichtung der Hilfsschulen ist in diesem
Vortrag, der in einer Versammlung von Lehrern und Freunden der Hilfsschulen zu
Hagen i. Wests, gehalten wurde, viel Beachtenswertes gesagt.
8. Kläbe, Karl, Lehrer an der Hilfsschule zu Halle a. S. Entwurf zum Ausbau der
Hilfsschule zu Halle a. d. S. und ein Lehrplan für sie. Leipzig, Karl Merseburger
107 S. 1,20 M.
Diese praktische, inhaltreiche Schrift wird allen Lehrern, die an Hilfsschulen arbeiten
oder sich für sie interessieren, eine willkommene Gabe sein.
Krukenberg, Herm., Dr. weck.: Beiträge zur Kinderforschung. Heft VI 1903. Über
Anstallssürsorge für Krüppel. Mit 7 Textabbildungen. Langensalza, H. Beyer
u. Söhne. 24 S. 40 Pf.
Ein Mahnwort aus warmem Herzen zur Errichtung von zweckmäßig geschaffenen
Krüppelanstalten, in denen eine bisher wenig berücksichtigte Klasse armer Menschen körper
lich und geistig gut versorgt und nach Möglichkeit zur Selbständigkeit erzogen werden soll.
10. Die Kinderfehler. Zeftschrist für Kinderforschung. Herausgegeben von Dr. Koch,
Chr. Üfer, Dr. Zimmer u. I. Trüper. 5. Jahrgang, 6. Heft und 6. Jahr
gang, 1. Heft. Langensalza, H. Beyer u. Söhne. Preis des Jahrgangs (6 Hefte
von je 3 Bogen) 4 M.
Auf diese vorzügliche Zeftschrist haben wir in unserem Blatt schon oft empfehlend

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