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III, Abteilung. Literarischer Wegweiser.
in dem Holländer Raule, dessen Leben^und Kämpfe in der Heimat wie am Hofe in
Berlin gegen mißgünstige Nebenbuhler obiges. Werk auf Grund des einschlägigen urkund
lichen Materials in fesselnder Weise zur Darstellung bringt. Für Schüler der Ober
llassen und Volksbibliotheken geeignet.
Zwei Teufel. Bilder aus den Bergen von Wilh. Matthes. Verlag von R. Hüttich,
Dorndorf-Dornburg a. d. Saale.
Die zwei Teufel, die in den „Bildern aus den Bergen" spuken, sind der Alkohol
und die Sinnenlust, die viel Elend und Jammer anrichten, den einen zum Selbstmord,
die andern zum Fall bringen. Viel Schatten, wenig Licht; aber leider Gottes Ver
hältnisse, wie sie auch aus dem Lande schon nicht mehr zu den Seltenheiten gehören.
Christliche Charakterbilder. Volkstümliche Lebensbeschreibungen von Fr. Baun
und E. Kiefner. Stuttgart, Buchhandlung der evang. Gesellschaft.
Die „Christlichen Charakterbilder" wollen dem christlichen Hause Lebensbeschrei
bungen hervorragender Christen aus allen Zeiten und Ständen darbieten. Als erste
sind erschienen:
1. Johannes Chrysostomus (347—407 n Chr. Enthält ein Lebensbild des berühmten
Kanzelredners der kaiserlichen Residenzstadt Konstantinopel, das mit dem marter-
vollen Ende des Verbannten auf kleinasiatischem Boden schließt.
2. Schulmeister Kolb von Dagersheim (1784 — 1859). Ein Charakterbild aus den
Hahnschen Gemeinschaftskreisen Württembergs. Von Pfr. Fr. Baun.
I. G. Kolb war der Lieblingsschüler M. Hahns, ein wackerer Schulmann und
treuer Stundenhalter in den pietistischen Kreisen des gesegneten Schwabenlandes. Eine
tiefgegründete Persönlichkeit blieb er von aller Schwärmerei frei und verstand es auch
in den Gemeinschaften Nüchternheit und wahre Nächstenliebe den Außenstehenden gegen
über zu pflegen. Seine originellen Bilder in den gedruckten Ansprachen erinnern oft an
Dörpfelds Art.
3. Wilhelm Friedrich Thumm in Wilhelmsdorf (1818—1889). Ein schwäbischer Lehrer
und Ortsvorsteher. Von Erhard Kiefner, Mittelschullehrer in Stuttgart. 1 M-
Der bösen Jugendzeit folgte bei Th. eine gründliche innere Umkehr; nach Ver
waltung einiger Provisorstellen kam er nach Wilhelmsdorf, der.Herrnhuterkolonie im
Schwarzwald, wo er eine reichgesegnete Tätigkeit als Lehrer, Ortsvorsteher und Jnsti-
tutsvorsteher entfaltete. Th. sowohl wie Kolb sind zwei Lehrergestalten, die uns allen
etwas sagen können.
Die Frithjof-Sage. Für die reifere Jugend bearbeitet von Ferd. Bäßler. Mit einem
Titelbilde. 6. Aufl. Leipzig, Hartung & Sohn. Brosch. 0,80 M.
Trotz aller neueren Dolmetscher der Sagen vergangener Zeiten bleiben die seiner
Zeit mit Begeisterung begrüßten Ausgaben von Bäßler immer noch konkurrenzfähig
durch ihre schlichte und treffende Erzählweise.
Teutsche Dramen und epische Dichtungen für den Schulgebrauch erläutert. Von
I. Stoffel, Seminarlehrer in Weißenfels. III. Heft: Goethes Hermann und
Dorothea. 2. Aufl. Langensalza, H. Beyer & Söhne. 0,90 M. VIII. Heft:
Cgmont. 0,80 M.
In ausführlicher Weise bespricht der durch seine Arbeiten im Deutschen wohl
bekannte Verf. die beiden Dramen, die auch heute noch zu den Lieblingsdichtungen
des deutschen Volkes gehören. Was zum Verständnis derselben nötig erscheint, ihre
historischen Grundlagen, die Idee, der Kunstwert usw. findet Besprechung, der man
gerne zustimmt. In dem Heftchen über „Hermann und Dorothea" ist beachtenswert
ein früher im „Ev. Schulblatt" veröffentlichter Artikel „Die Pädagogik Goethes in
Hermann und Dorothea".
Reichsgesetz betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben mit den Ausführungsbestim
mungen des Reichs und Preußens. Erläutert von Or. F. Hoffmann, Geh. Ober-
Regierungsrat und vortrug. Rat im Ministerium für Handel und Gewerbe. Berlin
1904, Heymanns Verlag. Geb. 1,60 M-
Das handliche Büchlein enthält von sachkundiger Seite eine ausführliche Wieder
gabe des Gesetzes mit den Abänderungen seitens des Reichstages, die Begründung der
Regierung und eine Reihe von Anlagen, die Anweisungen zur Ausführung, Verzeichnis
der verbotenen Betriebe, Arbeitskarten u. a. m. enthalten.
Verantwortlicher Schriftleiter G. von Rohden in Düsseldorf-Derendorf.

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