■>
Evangelisches Schulblatt.
August.
I. Abteilung. Abhandlungen. j»•>
Gehört die Theologie in ein Schulblatt i
Abschiedswort des Herausgebers.
Blickt heute der Schriftleiter des Evangelischen Schulblatts auf eine zehn
jährige Redaktionstätigkeit zurück, so stehen ihm zunächst eine ganze Reihe von
unerfüllten pia desideria vor Augen. Wie viele nötige und lohnende Aufgaben
des teueren Dörpfeldschen Erbes winkten ihm von vornherein, wie viele drängten
sich im Laufe der Arbeit heran und wurden doch nicht oder nur ungenügend ge
löst! Wie viel hätte bester gemacht werden sollen, vielleicht auch können, wenn
die erforderliche Zeit und Kraft zur Vertiefung in die Aufgaben vorhanden ge
wesen wäre! Dies Empfinden des Ungenügend drückte an sich schon je länger
je stärker und machte den schon seit Jahren gehegten Wunsch immer dringender
die wichtige Aufgabe geeigneteren Händen zu übergeben. Ausschlaggebend aber
war für den diesem Wunsch entsprechenden Entschluß die für den theologischen
Schriftleiter immer weniger befriedigende Stellung des Schulblattes zu der
Frage: Gehört die Theologie in ein Schulblatt? Dies Bekenntnis
wird auf den ersten Blick befremden, ist aber schnell verständlich zu machen.
1. „Theologie gehört überhaupt nicht in ein Schulblatt"
sagen nahe, gut kirchlich gesinnte Freunde und Mitarbeiter des Schulblattes und
geben damit dem Redakteur-Theologen einen unmißverständlichen Wink: er solle
sich hüten, seine theologischen Sonderinteressen irgendwie mitbestimmen zu lasten.
Das ist auch durchaus meine eigene Meinung. Gerade dazu möchte ich mithelfen,
die religiös interessierten Laienkreise vor den Übergriffen der
Theologie zu schützen, die Grenzen zwischen Theologie und
Religion auch für den Schulblattleser immer deutlicher zu machen. Und eben
diese Frage der Abgrenzung der Religion von der Theologie gehört unbedingt
in das evangelische Schulbatt, wenn nicht schon deswegen, weil es sich „evan
gelisch" nennt, so doch jedenfalls um der Tradition seines Begründers willen.
Denn daß Religion hineingehört, darüber ist wohl keine Meinungsverschieden
heit. Pflege der persönlichen Religiosität, der Grundlage aller Amtsfreudigkeit
23

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.