32 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
bringt. Dies gibt sich in der großen Zahl trefflicher Dissertationen kund, die
von Studierenden der Pädagogik geliefert werden." Geheimrat Wahnschaffe
in Berlin hat mit Bolksschullehrern „nur die besten Erfahrungen gemacht," sich
„stets gefreut über den regen Eifer und das Verständnis, welches die Herren
den Vorlesungen entgegenbrachten"; bei geologischen Exkursionen hat er „stets ge
sunden, daß sie sich mit lebhaftem Jntereffe an allen diesen Veranstaltungen be
teiligten und ein volles Verständnis für die geologischen Fragen zeigten." In
ähnlichem Sinne äußert sich Geheimrat Pros. von Richthofen über die
Lehrer, die er während seiner früheren Lehrtätigkeit in Leipzig kennen gelernt hat,
und auch Prof. Lamprecht in Leipzig erkennt an, daß ihm die Lehrer als ein
„durchaus genügend vorbereiteter Teil der Studentenschaft erschienen sind." Nach
Prof. Lipps (München) „ist der Volksschullehrer im Durchschnitt für akademische
Vorlesungen durchaus nicht minder vorgebildet, als unsere „humanistisch" gebildete
Jugend. Was er voraus zu haben pflegt, ist der größere Fleiß und die größere
Treue." Prof. Haeckel in Jena hebt an den studierenden Lehrern lobend
„großen Eifer, ausdauernden Fleiß und gutes Verständnis" hervor, und der in
zwischen so jäh abgeschiedene Prof. Ratzel in Leipzig erklärt, er „nenne mit
Stolz unter ihnen tüchtige Geographen und Ethnographen und viele werte Freunde."
Diese Blütenlese warm anerkennender Urteile möge mit der wörtlichen
Wiedergabe zweier Ausführungen beschlossen werden, in denen den Lehrern ein
hervorragend günstiges Zeugnis ausgestellt wird. Der Jenaer Botaniker Hofrat
Prof. Detmer schreibt:
„Aus vielfältiger Erfahrung weiß ich und kann es nicht nachdrücklich genug
betonen, daß in dem Stande der Volksschullehrer eine geradezu leidenschaftliche
Sehnsucht nach Erkenntnis, ein begeistertes wissenschaftliches Streben, ein unver
gleichlicher Idealismus herrscht, verbunden mit einem überraschenden Reichtum an
Kenntnissen und kraftvollster Betätigung des einzelnen in seinem Wirkungskreise."
Und der Rektor der Königl. Akademie zu Posen, Prof. Kühnemann
sagt: „In meinen Vorlesungen an der Königl. Akademie zu Posen bilden die
Lehrer einen starken Bruchteil, in meinen philosophischen Übungen die ganz über
wiegende Zahl. Ich kann mir keine treuere und hingebendere Zuhörerschaft
wünschen und habe an den rnit ihr verlebten Stunden die größte Freude. Sie
beweisen den anhaltenden Ernst, der auch vor großen Schwierigkeiten nicht zurück
schreckt, sondern vielmehr durch sie angezogen und gefesselt wird. Ich hoffe von
der Fortsetzung unserer Bemühungen gegenseitige Förderung und freue mich
auf sie." —
„Es hat nach der Königsberger Lehrerversammlung nicht an Stimmen ge
fehlt, die dem Streben der Volksschullehrer, Zugang zu gewinnen zu den höchsten
Bildungsanstalten des Staates, rundweg Grund und Berechtigung absprachen.
Die überstürzten Beschlüsse, die dort gefaßt worden waren, setzten die Vertreter
dieser Anschauungen in Vorteil und gewannen ihnen neue Anhänger. Sie mögen
aus den Urteilen der 49 Hochschullehrer, unter denen sich viele glänzende Ver
treter der verschiedenen Wissenschaften befinden, ersehen, daß sie im Irrtum sind.
Die überaus wertvolle Bundesgenossenschaft, die die Lehrer in einer so großen
Anzahl hervorragender Universitätsprofessoren gefunden haben, wird sie, wenn sie
sich mit ihren Bestrebungen in den Grenzen des gegenwärtig Erreichbaren hatten,
dem Erfolg näher bringen.
Auf zwei solcher Äußerungen — die des Prof. Rein in Lohmeyers „Deutscher

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