Gehört die Theologie in ein Schulblatt?
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irdischen Form kann die Offenbarung wirklich Offenbarung sein." „Die
Form der Offenbarung kann und will geschichtlich begriffen werden, denn Gott
offenbart sich eben, um überhaupt von den Menschen erkannt zu werden, in der
Geschichte. Seine Offenbarung muß derjenigen Geschichtsstufe sich anpassen, auf
welcher die Empfänger der Offenbarung sich befinden; sonst würde sie diesen
Empfängern nicht verständlich, würde also nicht Offenbarung sein." Was aber
so geschichtlich „begriffen werden kann, ist eben nur das Kleid der Offenbarung,
nicht ihr eigentlicher überweltlicher Gehalt. Weiter folgt aus dem Gesagten, daß
speziell die sprachliche Form der göttlichen Offenbarung, obschon sie Träger des
überweltlichen Gehalts ist, doch niemals der adäquate Ausdruck desselben sein
kann. Schon auf dem Gebiete des endlichen Geisteslebens bewegen wir uns in
lauter inadäquaten Analogien und Bildern. Alle Begriffe, mit denen wir geistige
Tatsachen, Zustände, Vorgänge bezeichnen wollen, entstammen der sinnlichen Welt
und werden nur auf das geistige Gebiet übertragen". Das gilt natürlich in
weit „höherer Potenz auf dem religiösen Gebiete, weil es sich hier um überwelt
liche Dinge handelt."
Insbesondere, legt Haupt weiter dar, sind alle Gedanken über Gott, alle
Worte, in die wir göttliche Dinge fassen, nicht die Offenbarung selbst, sondern
ihr Reflex, nach paulinischem Wort. Rätselwort, Spiegelbild. — „Die Bibel ist
Bericht und Zeugnis von göttlichen Offenbarungen. Hat nun schon jede Offen
barung eine innergeschichtliche, menschliche Seite, welche wir als Reflex des eigent
lichen Offenbarungsgehalts bezeichneten, so ist das bei der Bibel erst recht der
Fall: sie ist Reflex dieses Reflexes. Darum verträgt sie nicht nur, sondern er
fordert geschichtliche Behandlung. Alles in ihr ist mit der Geschichte der Zeit,
in der die einzelnen Schriften entstanden sind, mit der menschlichen Eigenart der
Verfasser aufs festeste verankert. Um recht zu verstehen, was sie sagt, ist es
nötig, diese Verankerung zu kennen." Aber religiös hat dies alles keine Be
deutung. „Was auch immer die geschichtliche Kenntnis erringen kann, hilft mir
also religiös nichts, sondern nur, daß in dem in der Schrift nieder
gelegten Wort die Kraft des Geistes Gottes ist, welche mich
mit diesem Gott in persönliche Gemeinschaft bringt und zu
einem anderen Menschen macht, den Menschen der Ewigkeit in mir ge
biert. Das ist das Offenbarungswort der Schrift, daß in, mit
und unter ihrem Wort Gott selbst mit mir verkehrt, ihr Wort
mir als sein Wort entgegentritt. Und diese Aufgabe löst sie, Gott sei
Dank, an jedem heilsempfänglichen Herzen ganz unabhängig von dem Maß, in
welchem der Mensch jene historische Verankerung kennt und versteht. Majestätisch
geht sie ihren Weg durch die Geschichte der Menschheit, indem ihr Wort nicht
nur zu den Menschen redet, sondern in diesem Wort Gott selbst an den Menschen
handelt. Und all dieses Handeln hat seinen Mittelpunkt darin, daß die

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