Ein bedeutsames Jubiläum evangelischer Jugendfürsorge. 337
jeden Verein, der in den Bund treten will: Die christlichen Jünglings
vereine haben den Zweck, Jünglinge zu vereinigen, die Jesum
Christunt als ihren Heiland und ihren Gott erkennen, wie die
Heilige Schrift es lehrt, und die deshalb seine Jünger sein
wollen in ihrem Glauben und Leben, und die gemeinsain
trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter den Jüng
lingen auszubreiten."
Das ist die vielgenannte „Pariser Basis", welche seit jener ersten Welt
konferenz Kern und Stern aller späteren Verhandlungen und auch Triebfeder
der praktischen Vereinsarbeit geblieben ist. Eine zweite große Tat folgte dieser
ersten bei dem 25jährigen Jubiläum, das 1878 mit der Genfer Konferenz ver
bunden wurde: die Begründung einer Zentralstelle für die Vereinsarbeit der
ganzen Welt, das sog. Internationale Komitee, das durch die hervorragende
Geisteskraft und regen Eifer seiner Mitglieder und Sekretäre seitdem das Werk
mächtig gefördert und in die entferntesten Gegenden der Erde getragen hat. Der
verdienstvolle Präsident, Professor Ed. Barde, der schon als Sekretär 1855 mit
gewirkt hatte, ging voriges Jahr nach kurzer Krankheit heim; ihm wurde am
ersten Konferenztage in Paris eine ernste Gedenkfeier gehalten. In alter Frische
aber wirkt der erste Generalsekretär, Oberstleutnant Fermaud, in der Arbeit weiter,
der auf jeder Weltkonfereuz durch seine Sprachgewandtheit (er spricht fertig fran
zösisch, deutsch und englisch) und seine warme Begeisterung für die Sache alle
Zuhörer gewinnt. In den letzten Jahren hat er zur Begründung neuer Ver
eine Reisen nach Island, Österreich-Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Konstanti
nopel, Südrußland, Bessarabien und Italien gemacht und große Erfolge erzielt.
Vom amerikanischen Nationalkomitee wird die Vereinssache nach Mittel- und
Südanierika, Indien, Ceylon, Australien und besonders nach Japan und China
getragen. Ein Beweis, daß sie in jenen fernen Ländern feste Wurzeln geschlagen,
waren auch diesmal die verschiedenen Deputierten, die von den dortigen Ver
einen nach Paris entsandt worden. Bei den Begrüßungsansprachen war es ein
denkwürdiger Vorgang, daß nach dem Japaner Honda, der alle europäischen
Christen und auch die Russen als Brüder begrüßte, ein russischer Pastor Lezius
das Rednerpult betrat und auch seinerseits betonte, daß der blutige Krieg keinen
Riß in unseren Bund bringen könne; er bat um treue Fürbitte für sein armes
Vaterland, daß ihm als bleibende Frucht der schweren Zeit endlich die lang
ersehnte Glaubens- und Gewisiensfreiheit beschieden sein möchte. Unter dem Bei
fall der Versammlung trat er auf den Japaner zu und schüttelte ihm die Hand,
worauf Prinz Oskar Bernadotte von Schweden, einer der Ehrenpräsidenten der
Konferenz, ein ernstes Gebet für das arme Land und die Wiederkehr des Frie
dens sprach. Einen ähnlichen erhebenden Augenblick erlebten wir in unserer
deutschen Spezialkonferenz am vorletzten Konferenztage, als eine Deputation der
englischen und amerikanischen Vereine erschien und in warmen Worten zum Aus
druck brachte, daß sie sich mit uns deutschen eng verbunden fühlten und getrost
in die Zukunft blickten in der Hoffnung, daß die drei mächtigen germanischen
Nationen zusammenständen im geistlichen Kampfe für die Sache des Reiches
Gottes. In derselben Sitzung hatte vorher Bundessekretär Mehmke aus Stutt
gart eine interessante Übersicht über den Stand der Vereinsarbeit in Deutschland
gegeben, wonach z. Z. wohl an 2000 Vereine mit mehr als 100 000 Mit
gliedern und 91 Berufsarbeitern vorhanden sein mögen. Einen großen Auf-

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