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n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
schwung hat in den letzten Jahren die Arbeit der „Jugendabteilungen" für das
Alter von 14—17 Jahren und die „Soldatenmission" genommen; in unserem
westdeutschen Bunde ist es möglich geworden, in Metz das stattliche „Kaiser
Wilhelm Haus" für etwa 130 000 M. zu erbauen, das eine Segensstätte für
viele bereits geworden ist und in Zukunft wohl noch mehr werden wird. Die
anderen Bündnisse sind dem Beispiele gefolgt und begründen hin und her im
deutschen Vaterlande Heime, in denen die Soldaten leibliche und geistliche Er
quickung finden können. Pastor Wartmann aus Berlin machte Mitteilungen über
die im letzten Winter in Berlin ins Leben getretene sozialdemokratische Agitation
unter der Jugend, die ein erneuter Appell ist an alle Kreise, die Augen auf
zutun und mitzuhelfen, unsere Jugend davor zu bewahren. Der Vorschlag, in
den Vereinen der sozialen Frage mehr Beachtung zu schenken, wurde von Hof
prediger Friedrichs aus Dresden warm unterstützt; Freiherr von Rothkirch aus
Berlin warnte dagegen nachdrücklichst, sich aufs politische Gebiet zu begeben.
Die in den Hauptsitzungen gehaltenen Vorträge waren durch die 16. Welt-
konferenz als Jubiläumskonferenz bedingt. Sie behandelten 1. die Grundlagen
des Internationalen Verbandes der Jünglingsvereine und christlichen Vereine
junger Männer; 2. die Geschichte des Internationalen Verbandes; 3. die Stel
lung und Pflichten der Vereine gegenüber den verschiedenen Kirchen und reli
giösen Gemeinschaften und endlich 4.: Entspricht unser Werk in seiner jetzigen
Form und mit seinen jetzigen Mitteln den Bedürfnissen der heutigen Jugend?
Die Referenten waren Schweizer, Franzosen, Engländer, Amerikaner, Schweden
und Deutsche. Da die meisten sich der französischen oder englischen Sprache be
dienten, so wurden die Referate bereits vorher in die deutsche Sprache übersetzt
und den Teilnehmern in die Hand gegeben. An die Vorträge schlosien sich
mehrmals lebhafte Besprechungen an, die einen etwas eigen anmuteten, da das
Gesagte immer in die Hauptsprachen übersetzt werden mußte. Mochte auch in
diesem und jenem Punkte die Meinung eine verschiedene sein, in der Hauptsache
war man eins, und darum fand man auch immer wieder den gemeinsamen
Boden zur Verständigung.
Den Schluß und zugleich den Höhepunkt der Konferenz bildete die eigent
liche Jubelfeier im Riesenbau des Trocadero, wo an 5—6000 Menschen aus
allen Gesellschaftskreisen der Hauptstadt mit den tausend Fremden sich vereinigten,
um in gemeinsamen Gesängen Gott zu preisen und aus den Reden begeisterter
Jünglingsfreunde (Professor Monod, Pastor Picard, der Generalsekretäre Fer-
maud und Sautter) von der hohen Bedeutung des Werkes zu hören und sich zu
fleißiger Mitarbeit gewinnen zu lassen. Es war ein herrlicher Abschluß der
Festtage, die uns außerdem eine Fülle von Belehrung an den französischen Bau-
und Kunstwerken in Paris und Versailles brachten.
Da der nächste Kongreß 1909 in Barmen und Elberfeld stattfinden soll,
so werden hoffentlich recht viele Leser es sich nicht entgehen lassen, einen Einblick
zu gewinnen in die Arbeit evangelischer Jugendfürsorge und dabei nicht stehen
zu bleiben, sondern miteinzutreten in die Reihe der praktischen Arbeiter. Noch
besser aber ist es, nicht bis dahin zu warten, sondern — es sofort zu tun!

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