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Dörpfelds Herlslehre als Lehrbuch für den
Konfirmanden unterricht.
So betitelt sich eine über eine Rezension weit hinausgehende Besprechung
des 12. Bandes von Dörpfelds Schriften durch einen praktischen Pfarrer in der
Zeitschrift Studierstube II, 5. 1904. Es ist dies wohl das erstemal, daß
Dörpfelds nachgelassenes Lieblingswerk von einem Pfarrer nicht nur eingehend
gewürdigt, sondern sogar zum praktischen Gebrauch im Konfirmandenunterricht
warm empfohlen wird. Von einigen anderen Kollegen ist allerdings schon be
kannt geworden, daß sie das Buch ebenfalls benutzen, aber Pfarrer Klaehre in
Berkau, Pltmark, hat es doch erst in die Handbibliothek der praktischen Geistlichen
literarisch eingeführt.
Nachdem der Verfasser die Denkmalserrichtung erwähnt und die Schriften
über Dörpfeld, besonders die Biographie hervorgehoben, zählt er die Titel der
12 Bände der Gesammelten Schriften mit kurzer Charakteristik der einzelnen
Bücher auf als das von Dörpfeld selbst erbaute Denkmal. Dann fährt er fort:
„Ich komme nun zu Dörpfelds „Heilslehre auf Grund der Heilsgeschichte".
Ich sage vorweg: Wer von den Amtsbrüdern die Heilswahrheilen des Kate
chismus gern in möglichst biblischer, fesselnder und festhaltender Weise mit einer
Anwendung auf Herz und Gemüt ohne Verwandlung des Konfirmandenunterrichts
in einer Erbauungsstunde klarlegen will, wer seine Freude daran hat, Ansprüche
an das Denken seiner Zöglinge zu stellen und die Urkunden der Offenbarung
fleißig heranzuziehen nicht als bloße dicta probantia, sondern als wegweisende
Lichter, der versuche es einmal mit dem zweiten Enchiridion. Ich habe es im
Laufe eines Wintersemesters erprobt und rede deshalb nicht bloß aus der
Theorie."
„Jnterestant ist es, in Dörpfelds Einleitung zu lesen, was er vom Kon
firmanden unterricht und der eventuellen Verwertung seiner Heilslehre darin
hält." Ich setze sein Urteil auszugsweise hierher:
„Dieser Unterricht nimmt in unserm öffentlichen Bildungswesen eine Aus
nahmestellung ein, die für die Pastoren und die Kirche kein Vorteil ist. zumal
in den theologischen Blättern und Konferenzen über alle andern Fragen der
praktischen Theologie — über Liturgie, Predigt, Verfasiung, Union, Taufe,
Abendmahl, Amt usw. — viel mehr verhandelt wird als über den so wichtigen
Pastoralen Jugendunterricht. Sollte indesten das zweite Enchiridion auch in
pfarramtlichen Kreisen einer genaueren Prüfung gewürdigt werden, so würde mich
das nicht wenig freuen; namentlich würden auch gutachtliche Äußerungen von
dieser Seite mir sehr willkommen sein."
„Treten wir nun an eine solche genauere Prüfung heran, so müsten wir
zunächst etwa folgenden Einwürfen gegen die Verwertung der „Heilslehre" be
gegnen : Handelt es sich hier nicht um eine Beseitigung des Katechismus aus
dem Konfirmandenunterricht? Gibt es denn nicht recht brauchbare Handbücher
für den abschließenden Unterricht, die sich doch treu an Luthers Katechismus oder
an den Heidelberger anschließen? Warum also nun so etwas ganz anderes?
Sind die Tage der Katechismen wirklich gezählt, sind die Erklärungen Luthers,
an denen die Vorväter sich erbaut, wirklich so vermodert, daß sie von Schulekel
triefen? Das ist nicht meine Meinung. Durch eine unvernünftige Behandlung

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