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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
denn gefordert werden, daß sowohl die Ausbildung wie die Leitung und Führung der
Lehrerpersönlichkeit von demselben pädagogischen Geiste durchdrungen seien, daß Semi
narlehrer wie Schulinspektor auf dem Boden des erziehenden Unterrichts stehen. Darum
wird verlangt einerseits vom Seminar, daß es bei der pädagogischen Ausbildung seiner
Zöglinge nicht das technische Geschick in der Unterrichtserteilung in den Vordergrund
stellt, sondern vielmehr den Grund zur Ausgestaltung der echten Lehrerpersönlichkeit
zu legen sucht, und andrerseits von der Schulaufsicht, daß sie ihre Aufgabe nicht in
der äußerlichen Buchung fertig vorliegender Unterrichts-Ergebnisse erblickt, sondern die
Arbeit des Lehrers mehr nach dem Grade des bei den Schülern erregten Interesses
würdigt, und daß der Schulinspektor die mit Wärme und Hingebung verbundene Liebe
zur Sache durch eigene Arbeit in der Schule gewonnen haben muß. Dabei wird
nicht von ihm verlangt, daß ihn sein Bildungsgang durch das Seminar geführt haben
muß, daß es aber für die Leute mit seininarischer Bildung, die in das Schulaufsichts-
amt berufen werden, nicht nur erwünscht, sondern durchweg unerläßlich ist, „daß sie
sich durch akademische Studien den Blick erweitert und aus der Gebundenheit elemen
tarer Auffassung befreit haben." Darum erwartet der Verfasser auch dann erst eine
gründliche Regelung der fachmännischen Schulaufsicht, wenn die Frage des Universitäts
studiums — als grundlegende Frage der Lehrerfortbildung — ihre Lösung gefunden
hat. Insofern gehören auch „Schulaufsicht und Lehrerbildung' zusammen. Am Schluffe
werden die Veranstaltungen behandelt, welche schon in der vom Verfasser vorgeschla
genen Richtung gemacht sind. Wer über das im Titel genannte Thema etwas zu sagen
hat, wird an der vorliegenden Schrift nicht vorübergehen dürfen.
vollen pflichten der Schriftleitung mehr als billig entzogen, wartete schon
seit fahren aus den Zeitpunkt, wo er die Redaktion in die bewährten
Hände Rektor Horns wieder zurücklegen konnte. In dem Angenblick,
wo Herr Horn sein Drsoyer Amt niedergelegt hat, darf der bisherige
Leiter seinen Auftrag am Schulblatt als erledigt ansehen. Herr Horn
zieht sich mit Beginn der bevorstehenden großen Serien auf die luftigen
waldigen Höhen Elberfelds zum wohlverdienten Feierabend zurück und
wird bei seinem Schwiegersohn, Mittelschullehrer Ach in g er, Wohnung
nehmen. Mit dessen Hülfe gedenkt er seine Muße nun vorzugsweise
dem Evangelischen Schulblatt zu widmen.
Die Unterzeichneten sind gewiß, daß die Leser der neuen Schrift
leitung das vollste Vertrauen entgegenbringen werden. So wollen sich
denn von nun an die geehrten Mitarbeiter und Leser in allen Schul
blattangelegenheiten an die neue Adresse der Redaktion Elberseld-hahner-
berg, Worringerstraße 60, wenden.
Gütersloh-Düsseldorf, den 25. Juli fH05.
Der Verleger Der Herausgeber
L. Bertelsmann.
Dr. G. von Rohden.
Verantwortlicher Schriftleiter G. von Rohden in Düffeldorf-Terendorf.

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