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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Alexander besiegt zu meinen Füßen liegen! L. Napoleons Verlangen
nach einer Schlacht wurde zunächst nicht befriedigt. Worin
hatte das seinen Grund? (Russische Soldaten standen doch
gar nicht weit von der Grenze!) Sch. Die Russen zogen sich immer
weiter in ihr großes Reich zurück. L. Sie sorgten auch dafür, daß
den Franzosen wenig oder keine Lebensmittel in die Hände
sielen! Sch. Sie nahmen die Vorräte mit. L. Nur einen geringen
Teil konnten sie mitnehmen! Sch. Sie haben die Getreidehäuser in
Brand gesteckt. L. Ja, viele Städte und Dörfer wurden in einen
Schutthaufen verwandelt. Nun müssen wir uns vorstellen,
daß in Rußland die Dörfer und Städte viel weiter auseinander
liegen als bei uns. Da kann man oft vier, fünf, sechsStunden
und noch weiter wandern, ohne eine menschliche Wohnung zu
sehen. Welche Wirkung übte das auf die Verpflegung der
großen Armee aus? Sch. Die Soldaten mußten oft Hunger leiden. Denn
sie hatten ja nichts zu essen. Viele mußten sterben. L. Die Pferde stürzten
massenweise hin. Da haben sich die Soldaten doch gewiß tage
lang ausruhen können? Sch. Nein, das ging nicht; sie hatten ja keine
Nahrung. Darum durften sie die Russen nicht aus den Augen lassen. L. Ja,
in Eilmärschen ging's vorwärts. Wer fiel, der fiel und stand
nicht wieder auf. Wie war es da um die Zufriedenheit im
großen Heere bestellt? Sch. Die Soldaten wurden unzufrieden; sie
fingen an zu murren und wären gerne wieder umgekehrt. L. Jetzt verstehen
wir auch, warum die russischen Führer immer weiter zurück-
wichen! Sch. Die Franzosen sollten durch Hunger umkommen. L. Napoleon
fand das richtige Mittel, die murrenden Krieger zufrieden zu
stellen! (Er wies auf die Ruhe in Moskau hin!) Sch. In der
alten Kaiserstadt Moskau ruhen wir den ganzen Winter aus. Da habt ihr alles
im Überflüsse. L. Aber jetzt heißt es: Vorwärts! Vorwärts! Wir
müssen den Russen auf den Fersen bleiben! Welche Wirkung
übte diese Anfeuerung aus? Sch. Das zusammengeschmolzene Heer eilte
weiter, dem verheißenen Ziele entgegen. L. Zweimal wurden sie von
den Russen angegriffen. Die russischen Soldaten waren
nämlich wütend über ihre Führer. Sie glaubten, die Generale
seien aus Angst gewichen. Da mußten sie endlich eine Schlacht
wagen. Sie wurden besiegt. In einer zweiten Schlacht (bei
Borodino an der Moskwa) wehrten sich die Russen wie die
Löwen, aber — Sch. sie mußten zurück. L. 70000 Tote und Ver
wundete bedeckten den Kampfplatz. Nun hatte Napoleon offenen
Weg nachMoskau. Nach kurzerZeit sahen die tod müd en Krieger
von einer Anhöhe aus die alte Kaiser st adt zu ihren Füßen
liegen. Die goldnen Kuppeln der 300 Kirchen glänzten im
Abendsonnenscheine. In der Mitte erhob sich die Kaiserburg,
der Kreml, von grünen Bäumen umgeben. Es war ein herr
licher Anblick. Napoleon rief aus: Da ist sie endlich, die be
rühmte Stadt! In welche Stimmung versetzte die Soldaten
der Anblick der Stadt? Sch. Sie wurden wieder einmal froh. L. Der
Jubelruf: Moskau! Moskau! lief durch ihre Reihen. Welche

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