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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
werden, so ist das ganz ausreichend. Auch ist dahin zu streben, daß einige
dieser Bücher des Kindes Eigentum werden. Was man wirklich schätzt, wünscht
man auch zu besitzen. Sollte der Einwand gemacht werden, daß bei diesen
Behandlung die Privatlektüre den Charakter der Freiwilligkeit verliere, daß dabei
Zwang angewendet werde, so wird demgegenüber darauf hingewiesen, daß kein
Zwang vorhanden sei, wenn das Interesse für den Gegenstand geweckt werde.
— Zum Schluß werden in 12 Punkten die Nachteile des gebräuchlichen und
die Vorteile des vom Vers. vorgeschlagenen Verfahrens einander gegenübergestellt.
In seinem mündlichen Vortrage führte Vers. einiges noch weiter aus.
An dem Schullesebuch tadelte er, daß es mit seinen Stoffen dem Unterrichtsplan
zu wenig gerecht werde, daß es an geeigneten Stoffen zum Anschluß an den
übrigen Unterricht vielfach fehle. Auch biete es von manchen wertvollen Werken
bloß Bruchstücke („Häppchenliteratur"). Res. gab ferner eine sehr interessante Zu
sammenstellung, des für die einzelnen Klassen mit Rücksicht auf den ganzen
Lehrplan ausgewählten Lesestoffes, verteilt auf die einzelnen Klassen. Dieses
Verzeichnis, das der Referent selbst als flüchtig hingeworfen kennzeichnete, scheint
mir die Ausführungen des interessanten Aufsatzes trefflich zu illustrieren, auch dürfte
es dem, der einen Versuch in dieser Richtung machen will, wertvolle Fingerzeige
geben; ich setze es deshalb, ohne für seine Vollständigkeit zu garantieren, hierher:
6. Klasse (der höheren Mädchenschule): Grimms Märchen, Robinson. Sigis
mund Rüstig, Die Felseninsel, Leander: Träumereien an franz. Kaminen, Richter:
Sagen, Klee: Buch der Abenteuer. 5. Klasse: Rosegger: Als ich noch der
Waldbauernbub war, Amicis: Herz, Wolgast: Schöne alte Kinderreime (15 Pf.,
warm empfohlen: Selbstverlag, Hamburg), Hebel: Schatzkästlein, Storm:
Pole Poppenspäler, ein Büchlein mit L. Richterschen Bildern, die R.'sche Selbst
biographie, Andersens Märchen, Grimmsche Sagen, Baierlein: Bei den roten
Indianern, Tiergeschichten (von den Hamburgern herausgegeben). 4. Klasse:
Schwab: Die schönsten Sagen usw., Becker: Griechische Heldengeschichten,
Niebuhr: Griechische Heroengeschichten, Cooper: Lederstrumpf, Münchhausen,
Gullivers Reisen, ein Buch Heimatliteratur, einige Novellen von Storm,
Hoffmann: Ostseemärchen, Jung Stillings Jugend, Fontane: Hastingsfeld.
3. Klasse: Riehl: Novellen, Wildenbruch: Das edle Blut, Rietschel: Jugend-
erinerungen, Liliencron: Novellen, Kleist: Michael Kohlhaas, C. F. Meyer:
Page Leubelfing, Schwab: Deutsche Volksbücher, Storm: Novellen. 2. Klasse:
Wildenbruch: Claudias Garten, Felix Dahn: Kampf um Rom. Storm:
Novellen, M. v. Ebner-Eschenbach: Novellen, Klein: Fröschweiler Chronik,
E. T. A. Hoffmann: Novellen, Streicher: Schillers Flucht, Otto Ludwig:
Zwischen Himmel und Erde, Hauff: Lichtenstein, Stifter: Studien, Schneegans:
Kallia Kypris; Laube, Karlsschüler. 1. Klasse: Freytag: Ahnen, Stifter:
Waldsteig, Storm, Grillparzer, Gottfr. Keller, Riehl, M. v. Ebner-Eschenbach,
Kügelgen, Eichendorff (Taugenichts), E. M. Arndt: Wanderungen mit dem
Freih. v. Stein, Goethe: Eine Novelle. Scheffel: Trompeter, Dickens, Daube.
Zum Schluß wurde noch auf die so billigen Sammlungen hingewiesen,
die nach geeigneten Stoffen zu durchsuchen sind; es wurden genannt: Die
Sammlung von Göschen, Handelsbibliothek der Gesamtliteratur, Cottasche Hand
bibliothek, Hessesche Volksbücher, Reclam (mit Vorsicht zu gebrauchen), Meyers
Volksbücher, die Sammlung von Benzinger-Stuttgart, Wiesbadener Volksbücher,
Schulausgaben von Velhagen u. Klasing, Bibliographisches Institut, Teubner, Freytag.

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