III. Abteilung. Literarischer Wegweiser.
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erstrebte Verbesserung eine einwandfreie und brauchbare Fassung zu finden. In letzter
Zeit gehen die Wünsche dahin, daß man nicht nur eine mildere Bestrafung, sondern
auch eine besondere Behandlung will. Andererseits verlangt man auch besseren Schutz
der Gesellschaft gegen solche gemeingefährliche Personen. Die Wichtigkeit der Sache
aber lasse wünschen, daß die bezüglich der vermindert Zurechnungsfähigen erstrebte
Teilreform des Strafrechts schon eintreten möge, bevor die Reform des gesamten
Strafrechts zustande komme.
In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, daß unter den 50000 Jugendlichen,
die alljährlich in Deutschland vor dem Strafrichter stehen, gewiß ein hoher Prozentsatz
unter den Begriff Minderzurechnungsfähige falle, daß neben der Strafe Vorkehrungen
getroffen werden müßten, die eine Wiederholung der Tat unmöglich machen, daß vor
allem durch erziehliche Arbeit, Gemüts- und Willensbildung vorbeugend gewirkt werden
müsse. Am besten sei es, wenn auf die Besucher der Hilfsschulen das Straftecht über
haupt nicht angewendet werde, sondern sie nur einer erziehlichen Fürsorgebehandlung
unterworfen würden, was auch in Juristenkreisen bereits erwogen und vom idealen
Standpunkt aus das richtige sei."
.a*. III. Abteilung. Literarischer Wegweiser.
Rechnen.
I. Praktische Rechenwerke.
1 Kentenich-Kreutz: Aufgabenhefte für den Rechenunterricht in der Volksschule.
135.—304. Aufl. 4 Hefte. Düsseldorf 1904, Schwann. Ausgabe B 1,60 M.
Ausgabe A 1,95 M.
Die beiden Ausgaben des vorliegenden Rechenwerkes unterscheiden sich nur in der
Anlage des letzten (IV.) Heftes. In Ausgabe B umfaßt dieses Heft — für die Ober
stufe der ein- und zweiklassigen Volksschule — 87 S., während es bei Ausgabe A
125 S. enthält und für die Oberklasse der mehrklassigen Volksschule und für die Fort
bildungsschule besftmmt ist.
Heft l enthält die Übungen in der Zahlenreihe von 1 bis 100, also den Stoff
für die beiden ersten Schuljahre. Die Zahlenreihe 1—10 ist — wie in den meisten
prakftschen Rechenbüchern — in die Reihen 1—5 und 6—10 zerlegt worden. Die zur
Auffassung der Zahlen notwendige Anschauungsvermittlung setzt das Buch mit Recht
voraus.
Die Abschnitte geben 1. Einübung der Ziffern, 2. Zu- und Abzählen, 3. Zerlegen.
Die gesonderten Zerlegungsübungen empfehlen wir nicht auf allen Stufen. In den
Anwendungsaufgaben sucht das Buch möglichst sachlichen Zusammenhang zu wahren.
Das Zu- und Abzählen werden miteinander geübt, ebenso am Schluffe des 1. Zahlen
kreises das Vervielfachen, Messen und Teilen. Die sachlichen Aufgaben finden sich nur
in den Anwendungen. Wünschenswert wäre es, wenn jeder Abschnitt seinen Aus
gangspunkt von einer sachlich geschlossenen Gruppe nähme zum Besten einer vertieften,
gründlichen Anschauung und damit eines nachhaltigen Interesses.
Heft II gibt die im Zahlenraum von 1—100 vorkommenden Grundoperationen
mit zweistelligen Zahlen und führt dann in den Zahlenraum bis 1000 und darüber ein.
Auch dieses Heft zeigt auf allen Seiten die mit der Praxis durchaus vertrauten
Verfasser. Auch hier wird Nachdruck auf die Zusammengehörigkeit des Zu- und Ab
zählens, sowie des Vervielfältigens und Teilens gelegt. In diesem wie in den folgen
den Heften stnd kurze und einfach gefaßte Rechenregeln den Abschnitten beigefügt und
durch Druck hervorgehoben. Überall Berücksichtigung der wirklichen Verhältnisse des
Lebens.
Heft III übt die Rechnung mit dezimalen und gemeinen Brüchen. Auffallend
ist der in diesen Teil eingeschobene Abschnitt über die Elemente aus der Lehre von
den Linien, Winkeln und Flächen, da die Flächenmaße früher schon erörtert sind von
Winkel und Winkelmessung aber noch keine praktische Verwendung gemacht werden
kann, und da die für die folgenden Rechenabschnitte notwendigen Flächenmaße sich ja
doch alle auf dem Begriff der quadratischen Fläche aufbauen. Manchen eingekleideten
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