Napoleons Zug nach Rußland.
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Gedanken machten denn die Soldaten so froh? Sch. Sie dachten:
Bald können wir unsre müden Glieder ausruhen. Hunger und Durst quälen
uns nicht mehr. Vor der Kälte des russischen Winters brauchen wir uns nicht
zu fürchten.
Überschrift!
Napoleon zieht nach Moskau.
L. Warum zog Napoleon nicht gegen das nahe England,
sondern nach dem fernen Rußland? Sch. In Europa gab es damals
nur zwei mächtige Reiche, die Napoleon noch nicht bezwungen hatte. Es waren
England und Rußland. England konnte er nicht in seine Gewalt bekommen,
weil Frankreichs Flotte zu schwach war. Darum ging's nun gegen Rußland.
L. Wie äußerte sich der Hochmut Napoleons? Sch. Der stolze und
hochmütige Napoleon hatte Tag und Nacht keine Ruhe, wenn er an das große,
freie Rußland dachte. Der mächtige Kaiser Alexander sollte sich vor ihm in den
Staub beugen. In Europa sollte nur Napoleons Wille gelten. Um den Herrn
im Himmel kümmerte sich der stolze Eroberer nicht. L. Wie r ü st e t e N a p o l e o n
zu dem gewaltigen Kriegszuge? Sch. Das ganze Jahr 1811 hindurch
wurde zum Kriege gerüstet. Sechshunderttausend Mann zählte das gewaltige
Heer. Es bestand aus Franzosen, Deutschen, Italienern, Spaniern, Portugiesen,
Schweizern, Holländern und Belgiern. L. Wie benahm sich das durch
ziehende Heer in Deutschland? Sch. Wie eine große Flut strömten die
Völkermassen durch Deutschland der russischen Grenze zu. Überall, wohin sie
kamen, hatten die Leute zu leiden. Sie mußten den fremden Soldaten Esten
und Trinken herbeischaffen. Besonders frech benahmen sich die Franzosen. Die
Bauern mußten manchem Offizier den letzten Schinken in Rotwein kochen. Den
Rahm ließ man sich in großen Krügen vorsetzen. Die gemeinen Soldaten holten
die letzte Kuh aus dem Stalle. Heu und Stroh verschwanden vom Boden.
L. In welche Stimmung versetzte das die Bauern? Sch. Sie
wurden zornig; vor Wut bissen sie die Zähne zusammen. Die Fäuste ballten
sich. L. Ihr Zorn äußerte sich auch in Worten! Sch. Sie sagten:
Wenn das freche Volk doch einmal fort wäre! Wenn sie doch alle im fremden
Lande untergingen und nicht wiederkehrten! L. Wie war den Leuten zu
Mute, als die Quälgeister endlich fort waren? Sch. Im Juni
überschritt das Hauptheer die russische Grenze. Da war es den Leuten in
Preußen zu Mute, als wenn ihnen eine schwere, schwere Last abgenommen
würde. L. Welche Gedanken erfüllten Napoleons Herz, als er
sein stolzes Heer musterte? Sch. Napoleon musterte sein stolzes Heer.
Wenn er die Reihen entlang ritt, brauste ihm der Ruf entgegen: Es lebe der
Kaiser! Da dachte wohl Napoleon: Ich bin der Herr! Die Völker jubeln mir
zu. Bald wird auch der mächtige Alexander besiegt zu meinen Füßen liegen.
L. Warum wurde Napoleons Wunsch nach einer Schlacht nicht
erfüllt? Sch. Nicht weit von der Grenze standen viele russische Soldaten.
Sie zogen sich aber immer weiter in ihr großes Reich zurück. Die Getreide
häuser steckten sie in Brand. Viele Städte und Dörfer wurden in Schutthaufen
verwandelt. L. Welche schlimme Wirkung übte das auf die Ver
pflegung der großen Armee aus? Sie konnten oft vier, fünf, sechs
Stunden und noch weiter wandern, ohne eine menschliche Wohnung zu sehen. Weil

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