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III. Abteilung. Literarischer Wegweiser.
nicht langen Reihe psychologischer Monographien vor uns haben, dessen Studium wir
jedem Fachgenossen, ganz besonders aber unsern Kränzchen angelegentlichst empfehlen.
Arithmetik.
Seyffarth, Itr. E.: Bardeqs methodisch geordnete Sammlung von Aufgaben aus der
Elementar-Arithmetik. Neue Ausgabe, vorzugsweise zum Gebrauche in den mitt
leren und oberen Klassen der Lehrerseminare. Leipzig 1904, Teubner. 300 S.
2,80 M.
Aus dem alten — und altbewährten — Bardey sind in dieser Neuausgabe fort
gefallen: die Kettenbrüche, die Aufgaben über Maxima und Minima, die arithmetischen
und geometrischen Reihen höherer Ordnung, die Gleichungen 3. und 4. Grades und
die Kombinatorik — gemäß den für den Seminarunterricht getroffenen Bestimmungen.
Demgegenüber haben die ersten Abschnitte, besonders die Kapitel über die Grund
rechnungsarten und von den Proportionen, einen methodischeren Aufbau und eine be
trächtliche Erweiterung erfahren. Ganz oder teilweise neu sind die Abschnitte über die
Dezimalbrüche und über die Teilbarkeit der Zahlen. Die Sorgfalt des Neubearbeiters
erstreckte sich nicht zuletzt und am wenigsten auch auf den Aufgabeninhalt. Jedem
Abschnitt ist die zur Anwendung kommende Formel vorangestellt. Bei manchen Ka
piteln will es uns ratsamer erscheinen, den Schüler, das entsprechende Muster selbst
finden und vor die betreffende Aufgabengruppe eintragen zu lassen. Es würde dann
ja allerdings eine übersichtliche Zusammenstellung der Formeln eines Hauptabschnitts
an einer andern Stelle des Buches notwendig sein.
Sehr praktisch ist eine weitere Neuerung. Die theoretischen Erörterungen am An
fange eines Lehrstückes sind jetzt fast alle durch einfache zusammenfassende Fragen ersetzt
worden, an deren Hand sich sowohl die Einführung in die Abschnitte wie ihre Wieder
holung leicht vollziehen werden. Der Wunsch des Bearbeiters, daß diese Neuausgabe
der Bardey'schen Aufgabensammlung neue Freunde zuführe, und daß sie den alten
Freunden als willkommene Verbesserung erscheine, wird sich gewiß erfüllen.
E. Greef.
Gramzow, Dr. phil.; Universität und Volksschullehrer. Heft III, Bd. XIII der
Sammlung pädagogischer Vorträge. Herausgegeben von W. Meyer-Markau.
Minden i. W., Marowsky. 32 S. 0,60 M.
Vor 2 Jahren hat Prof. Rein in der Latrm, dem Jahrbuch der .Hilfe, S. 118
bis 122 seine Ansicht zu der im Buchtitel genannten Frage ausgesprochen. Unter Ab
weisung der radikal-utopistischen Richtung will er einen „reformerischen" Weg betreten,
der vier Möglichkeiten bietet, deren erste er in der Einrichtung sieht, wie sie an den
Universitäten Leipzig und Jena getroffen ist. Dort wird strebsamen und tüchtigen
Volksschullehrern auf Grund der abgelegten Staatsprüfung der Besuch der Universität
gestattet. Nach zweijährigem Besuch folgt eine Abschlußprüfung. Zu diesem Vor
schlage gibt das Buch von Dr. Gramzow eine begründete und beachtenswerte Er
weiterung. Das noch zu erstrebende Endziel sieht der Verfasser in der vollständigen
und vollgültigen akademischen Bildung für jeden Volksschullehrer. Mit den organi
satorischen und sozialen Folgen dieser Forderung findet sich der Verfasser allzu leicht
ab. Vorab verlangt er aber auch nur die Berechtigung zum Studium bei der philo
sophischen Fakultät auf Grund des Seminar-Abgangszeugnisses und einer Ergänzungs
prüfung in einer fremden Sprache und in der Mathematik an einer Oberrealschule.
Nach Absolvierung des akademischen Trienniums soll dann die höhere Lehramtsprüfung
abgelegt werden können. Eine Prüfung pädagogischen Charakters soll daneben ein
gerichtet werden, durch deren Bestehen die Befähigung als Leiter niederer und mittlerer
Schulen, als Lehrer und Leiter der Seminare oder als Schulaufsichtsbeamter erworben
werden kann. Auch die Ablegung der Dekanatsprüfungen und der Doktorprüfung soll
dem studierenden Volksschullehrer frei stehen. Abgesehen davon, daß der Verfasser die
Rücksicht auf das geschichtlich Gewordene im Bildungsgänge des Volksschullehrers all
zusehr außer acht läßt, ist durch die Neuordnung der Lehrerprüfungen vom 1. Juli
1901 die Erreichung der in der Schrift gesteckten Ziele in sehr weite Ferne gerückt
worden.
Verantwortlicher Schriftleiter Rektor a. D D. Horn in Elberfeld-Hahnerberg.

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