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I. Abteilung. Abhandlungen.
Es war im Mai des Jahres 1822; da kam ich als ein junger
Mann nach Berlin. Ich hatte schon die Rechte studiert, war Aktuarius
bei einem Patrimonialgericht im Herzogtum Sachsen gewesen, auch
Advokat im Thüringerlande und hatte endlich aus Ekel an diesen
Mein- und Dein-Händeln den Akten den Rücken gekehrt.
Ich wollte mein Leben nicht innerhalb der kalten Wände der
Juristerei beschließen, ich wollte gern ganz im Reiche des Geistes leben
und darum noch tüchtig lernen, wie und wo es ginge. Im Ringen
nun nach diesem Ziele lernte ich auch kennen, was ich früher leider
nicht gekannt hatte. Ich lernte etwas ahnden von dem herrlichen
Reiche, das auch ein rechtes Reich des Geistes ist, von dem Reiche
Jesu Christi. Dazu bediente sich der Herr dieses Reiches eines leib
lichen Bruders, der in der Ferne ein lebendiges Glied dieses Reiches
geworden war. Von ihm hörte ich, was ich noch nie gehört; ich las
in seinen Bücherschätzen, und es ging mir ein Licht auf; ich lernte
nun den lebendigen Gott kennen, der die Haare unseres Hauptes zählt
und zu dem man beten muß im Namen dessen, der gesagt hat: „Wer
mich siehet, der siehet den Vater."
Genug davon, auf den Rat dieses Bruders, des jetzigen Super
intendenten Adolf Zahn in Neu-Stettin, entschloß ich mich mit Zittern
und Zagen, aber mit fröhlich pochendem Herzen, noch ein Theologus
zu werden.
Und so machte ich mich auf und kam im Mai 1822 in Berlin
an. — Jeder, der einmal zu den Toren Berlins eingezogen ist, in
die unbekannte große Stadt, und noch nicht solches Getreibe erfahren,
der wird wohl wissen, wie einem da bange ums Herz ist. Es kommt
einem alles so teilnahmlos, so kalt, so schrecklich kalt vor. Mit weh
mütigem Herzen suchte ich ein Quartier, ich war so töricht gewesen
und vor dem Potsdamer Tore aus dem Wagen gestiegen und trat
mit dem Ränzchen auf dem Buckel in die Straßen der Hauptstadt und
geriet in die berühmte Straße Unter den Linden. Die Stadt Rom
wies den Fußgänger ab, so noch hier und da. Endlich fand ich Auf
nahme in der Mittelstraße in einem Mittelgasthof und mußte drei
Treppen hoch in mein Stübchen steigen. Mit schwerem Herzen legte
ich mich nieder und sah bedenklich aus meiner Höhe in dies Häuser
meer. Am Morgen erwachte ich aber gestärkt und wurde recht erquickt,
da ich mein Losungsbüchlein aufschlug und die Losung fand:
„Gott gedachte an Noah."
Doch ich muß zu meinem lieben Baron eilen. An den war ich
empfohlen als an einen lieben Vater, der sich besonders auch junger

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