40 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
es wenig zu essen gab, mußten die Soldaten Hunger leiden. Viele starben vor
Hunger. Die Pferde stürzten massenweise hin. L. Warum durften sich
die ermüdeten Soldaten nicht ausruhen? Sch. Ausruhen konnten sie
sich nicht, weil sie sonst gar keine Nahrung fanden. Sie durften die Russen
nicht aus den Augen lassen. In Eilmärschen ging's vorwärts. Wer siel, der
fiel und stand nicht wieder aus. L. Warum wichen denn die russischen
Führer immer weiter zurück? Sch. Die Franzosen sollten durch Hunger
umkommen. L. Wie suchte Napoleon den gesunkenen Mut seiner
Soldaten wieder zu heben? Sch. Er ließ ihnen sagen: In der alten
Kaiserstadt Moskau ruhen wir den ganzen Winter aus. Da habt ihr alles im
Überfluste. Jetzt aber gilt es: Vorwärts! Vorwärts! Wir müssen den Russen
auf den Fersen bleiben. L. Wie wirkte diese Anfeuerung? Sch. Das
zusammengeschmolzene Heer eilte weiter, dem verheißenen Ziele entgegen. L. Warum
wurden sie endlich von den Russen angegriffen? Sch. Die
russischen Soldaten waren wütend über ihre Führer. Sie glaubten, die Generale
seien aus Angst gewichen. Da mußten sie denn endlich eine Schlacht wagen.
L. Welchen Ausgang nahmen die beiden Kämpfe? Sch. Die
Russen wurden besiegt. In der zweiten Schlacht bei Borodino an der Moskwa
wehrten sich die Russen wie die Löwen, aber sie mußten weichen. 70000 Tote
und Verwundete bedeckten den Kampfplatz. L. Welche Folgen hatten diese
Siege für Napoleons Vorrücken? Sch. Napoleon hatte offenen Weg
nach Moskau. Nach kurzer Zeit sahen die todmüden Krieger von einer Anhöhe
aus die alte Kaiserstadt zu ihren Füßen liegen. L. Erzählt von dem
prächtigen Anblick! Sch. Die goldnen Kuppeln der 300 Kirchen glänzten
im Abendsonnenscheine. In der Mitte erhob sich die alte Kaiserburg, der Kreml,
von grünen Bäumen umgeben. Es war ein herrlicher Anblick. L. Wie äußerte
Napoleon seine Bewunderung? Sch. Er rief aus: Da ist sie denn
endlich, die berühmte Stadt! L. Auch die Stimmung der Soldaten
schlug in Freude um! Sch. Auch die Soldaten wurden wieder einmal froh.
Der Jubelruf: Moskau! Moskau! lief durch ihre Reihen. L. Welche Ge
danken riefen die große Freude hervor? Sch. Bald können wir
unsre müden Glieder ausruhen. Hunger und Durst quälen uns nicht mehr.
Vor der Kälte des russischen Winters brauchen wir uns nicht zu fürchten.
L. Am 15. September kam Napoleon vor Moskau an. Die
Tore standen offen. Niemand war zu sehen. Napoleons Stirn
verfinsterte sich. Warum denn? (Wir gedenken dabei seines
Einzuges in andre große Städte!) Sch. Der Bürgermeister und die
Ratsherren sollten kommen und ihm die Schlüssel der Stadt übergeben. L. Als
Napoleon zwei Stunden vergeblich gewartet hatte, ließ er seine
Soldaten einrücken. Unheimlich still war's in den Straßen.
Kein einziger Zuschauer zeigte sich. Die Fenster waren ver
hangen. Man hörte nur den Tritt der Soldaten und das
Getrappel der Pferde. Hier und da huschten verdächtige Ge
stalten über die Straßen, aber im Nu waren sie in den nächsten
Gassen verschwunden. Die Soldaten erbrachen die Türen der
Häuser; niemand trat ihnen entgegen. Wo waren denn die
Bewohner? Sch. Sie hatten die Stadt verlassen. L. Es war auch

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.