Aus Zahns Leben.
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Es war eine freundliche Fügung, daß Zahn für die ersten zwei
Jahre als Lehrer an das Seminar zu Weißenfels kam, dessen Direktor
der rühmlichst bekannte Harnisch war. Es wäre sehr interessant,
einmal genauer zu erfahren, was der religiös angeregte, sein Amt
mit jugendlicher Begeisterung erfassende Zahn und der fast 20 Jahre
ältere, weitblickende, seinen Beruf mit nicht geringerer Hingebung aus
füllende Harnisch einander waren?) In Weißenfels begann Zahn die
Arbeit für seine religionsunterrichtlichen Schulbücher.
Von 1827—1832 war Zahn Direktor des v. Fletcherschen
Seminars in Dresden. Hier traten ihm die Grafen Einsiedel und
Dohna näher. Er erzählt darüber in der Nr. 37 der Dorf-Chronik
von 1850.
„Wir sahen in der Dorf-Chronik oft schon die Bildnisse großer
Helden in Kriegs- und Friedenszeiten, deren Namen weithin in alle
Welt einen mächtigen Klang haben — guten und bösen.
Jetzt bringen wir auch einen Helden. Aber die Welt weiß und
wußte nicht viel von ihm. Er gehörte zu jener stillen Schar, die
diesseits nicht viel Aufsehens machen, von denen die Zeitungen nichts
auszuposaunen haben. Ja, er gehörte, obgleich er ein Edler war,
doch zu denen, von welchen ein Apostel sagt: „Nicht viel Weise nach
dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen."
Galt er nun auch vor der Welt diesseits wenig, so wird er sicher
jenseits wohl was gelten, er wird nicht auf dem letzten Bänkchen
sitzen. Denn er hat einen guten Kampf ausgekämpft, er ist schon
Menschen, die sie bieten, hätten mehr beachtet werden sollen. Diese Beachtung
hätten sie bei Schulmännern um so mehr verdient, da der Beginn der amtlichen
Tätigkeit v. Klödens in den durch Pestalozzi herbeigeführten Frühling unsers Volks
schulwesens fällt und v. Klöden in naher Beziehung zu Süvern, v. Türk, Becke
dorf rc. stand, dazu es versteht, die Zeit- und besonders die Schulverhältnisse
ebenso eingehend wie anschaulich zu schildern. Der Nachfolger v. Klödens in
Potsdam war Striez, bis 1824 Direttor in Neu-Zelle.
Jähns wurde zur Herausgabe der „Jugenderinnerungen v. Klödens" besonders
angeregt durch das Erscheinen des gleichnamigen Werks von v. Kügelgen. Er
sagt: „Während das Buch von Kügelgen die Kreise eines behaglichen Künstler
daseins schildert, zeigt die Lebensbeschreibung Klödens das harte Ringen einer selten
begabten Natur aus den kümmerlichsten, ärmlichsten Lebensbedingungen herauf in
die Sphäre freier wissenschaftlicher Tättgkeit und folgenreichen amtlichen Wirkens." —
„Für die Entwicklungsgeschichte der prattischen Pädagogik, für die Kenntnis der in
unserm Unterrichtswesen wirksam gewesenen Elemente sind diese Blätter von
besonderer Wichtigkeit."
0 Einen Blick in das Verhältnis Zahns zu Harnisch läßt Zahns Lehrerspiegel,
S. 483, tun, den er Harnisch 1837 zu seinem 25jährigen Jubiläum überreichte.
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