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I. Abteilung. Abhandlungen.
bescheidensten Vortrag, wenn er kein Geschwätz brachte, mit Geduld
und Freundlichkeit anzuhören und das darin gebotene Gute zur An
erkennung zu bringen verstand, daß es ihm ein besonderes Anliegen
war, die hohe Bedeutung der sogenannten kleinen Dinge in Schule
und Leben ins rechte Licht zu setzen und die Lehrer für eine ideale
Auffassung ihres Berufes zu begeistern.
Mit der Herausgabe der Dorf-Chronik hat Zahn dem Lehrer
stande den Weg zur Lösung einer Aufgabe gezeigt, die seitdem immer
dringlicher geworden ist und leider ihrer Lösung immer ferner gerückt
erscheint. 1844 erschien die Schul-Chronik, 1846 gab Zahn als Bei
blatt dazu die Dorf-Chronik. Auch als diese bald als besonderes
Blatt erschien, suchte er doch die Verbindung aufrecht zu erhalten.
Er sagt in der Schul-Chronik von 1858: „Beide Blätter sollen sich
ergänzen und somit ein Ganzes bilden für den Lehrer, der berufen
ist, inmitten des Volkes, aus der Schule heraus für das Volk sein
schönes Tagewerk zu treiben." Will der Lehrer mit den Eltern und
der Gemeinde für das heranwachsende Geschlecht in rechter Weise
arbeiten, so muß er auch dafür sorgen, daß gesunde Geistesnahrung
ins Haus kommt.
Die Bibel war ihm Vorbild, sie muß uns lehren, für unsere
Zeit zu treffen, was ihr not tut. „Die Dinge dieser Welt müssen
mehr und mehr aus dem Prinzip der Gottesfurcht in das Volks
bewußtsein gebracht werden." Wie die biblische Chronika in bunter
Mannigfaltigkeit berichtet, was die Zeit bringt und gebracht hat, so
sollte auch die Dorf-Chronik „Tatsachen der Vergangenheit und Gegen
wart in handgreiflicher Ausführlichkeit und volksmäßiger Anschaulich
keit liefern".
Die Lehrer hält Zahn in erster Linie verpflichtet, dem Volke die
rechte Geiftesnahrung zu bieten, und wo sie es nicht können und tun,
ist ihm etwas nicht in Ordnung in ihrer Vorbildung und Stellung
zum Leben. „Wie wird der Lehrer in der Schule zu dem jugend
lichen Geschlecht reden können, wenn er es nicht versteht, das rechte,
deutliche, vernehmliche Wort für die Erwachsenen zu finden? Eigen
tümliche Gaben für das eine oder andere Gebiet, in der einen oder
andern Weise sollen damit nicht geleugnet sein. Aber das steht fest,
wer mit 12—14jährigen Schulkindern wahrhaft verkehren will im
Unterricht, muß die Gabe deutlicher, vernehmlicher Rede haben, und
er muß eines Stoffes mächtig sein, der für den Knaben ebensogut
paßt, wie für den Mann und den Greis."

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