Aus Zahns Leben.
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So gern und lebhaft er sich an jedem bedeutsamen Gespräch
beteiligte, und beträfe es die keinsten Dinge, so widerwärtig war ihm
die gewöhnliche Unterhaltung über Tagesneuigkeiten und unbedeutende
Dinge. Im Kreise der Bekannten schien seine bloße Gegenwart zu
genügen, den Ton der Unterhaltung auf einer würdigen Höhe zu
erhalten; in weiteren Kreisen wußte er dies, wo nötig, durch seine
Beteiligung an der Verhandlung zu bewirken. Das Wortemachen
scheute er. Wenn er zu einer Sache sprach, geschah es kurz und gern
so, daß er auf bedeutsame Beziehungen hinwies oder sonstwie das
Nachdenken auf die Bedeutung des zur Verhandlung stehenden Ein
zelnen für das höhere Ganze lenkte. Frisches, ungeniertes Aussprechen
liebte er, auch Humor, Witz und Scherz wußte er zu würdigen, wenn
er sie auch selten anwandte.
Als er vor seinem Heimgänge infolge eines Falles längere Zeit
das Bett hüten mußte, freute er sich sehr, wenn ihm ein bedeutsames
Schriftwort oder Ähnliches gesagt wurde. Wollte ihn aber der Be
suchende mit gewöhnlichen Neuigkeiten unterhalten, so wandte er das
Gesicht zur Wand und sagte später wohl zu einem Familienglieder
Wenn mich die Menschen doch mit solchen Trivialitäten verschonen
wollten! Sagten sie mir doch ein kräftig Wort!
Ich habe oft mit älteren Schülern Zahns über das aristokratische
Wesen unsers verehrten Direktors gesprochen und es bedauern hören,
daß dasselbe wohl manchen von ihm ferngehalten habe, der sich gern
ihm genähert und ihm sein Herz ausgeschüttet hätte, um bei ihm Rat
und Hilfe zu finden. Es wurde wohl gesagt, das Leben in den
Berliner und Dresdener Kreisen hätte es ihm angetan.
Aber wie schon der Bericht über sein Leben mit v. Kottwitz und
Graf Dohna beweist, war Zahn keineswegs der Mann, der sich von
der Vollkommenheit im Gebrauch der korrekten gesellschaftlichen
Formen blenden ließ. Niemand wußte besser als er zu scheiden
zwischen der korrekten Lebensform und der persönlichen Tüchtigkeit;
niemand verachtete die Form mehr als er, wenn sie den Mangel an
rechtem Sein verdecken sollte. Was Zahn in dem Berliner und
Dresdener Kreise angezogen hatte, 'war die Tüchtigkeit der sie be
stimmenden Persönlichkeiten. Gewiß ist ihm auch die vornehme
Haltung dieser Personen, ihre feine Lebensform bedeutsam geworden,
schon deshalb, weil sie ihm als der passende Ausdruck des inneren
Lebens, als notwendig zu ihm gehörend erschienen.
Wenn Zahn von Buffon sprach, so erwähnte er als bedeutsamen
Zug gern, daß der berühmte Franzose seine prächtigen Monographien

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