Napoleons Zug nach Rußland.
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Aber neun Zehntel der großen Stadt hatten sich doch in einen rauchenden Trümmer
haufen verwandelt. L. Welche Gedanken der Soldaten zeigten ihre
traurige Stimmung an? Sch. Die meisten der armen Soldaten schauten
mit trübseligen Blicken über die rauchenden Trümmer hin. Sie sprachen unter
einander: Mit unsrer Winterruhe ist es aus. Bald wird uns der böse Hunger
wieder quälen. Dreihundert Stunden sind wir von der Heimatgrenze fern.
Ach, was soll aus uns noch werden?
L. Ja, was soll aus ihnen werden? Napoleon wurde es
auch bald unheimlich zu Mute. Was sollte er tun? Zurück
ziehen? Sch. Nein, dazu war er zu stolz. L. Noch war er ja der
Sieger! Sch. Er ließ den Russen einen Waffenstillstand anbieten. L. Den
vom Feuer verschonten Teil Moskaus wollte er sogar räumen.
Die Russen gaben ihm keine Antwort. Desto mehr dachten sie
aber! (Sie rechneten mit dem kalten Winter!) Sch. Wenn erst
der Winter kommt, sollen sie schon zahm werden! L. Endlich kam Alexanders
Antwort. Wie wird sie gelautet haben? Sch. Von Waffenstillstand
wollen wir nichts wissen; es wird weiter gekämpft. L. Gewiß! Von Frieden
kann keine Rede sein; der Krieg soll er st recht anfangen! Wie
wirkte Alexanders Antwort auf Napoleon? Sch. Es war ihm fast
zu Mute, als habe ihn ein Donnerschlag getroffen. L. Nun blieb ihm nur
eins zu tun übrig! Sch. Napoleons Heer mußte den Rückzug antreten.
L. Am 17. Oktober setzte sich das Heer von 100000 Mann in
Bewegung. Am besten nahmen sie wohl den Weg, den sie ge
kommen waren? (Der war ihnen ja bekannt!) Sch. Sie mußten
durch andre Gegenden ziehen. Die Städte und Dörfer an dem Herwege waren
durch sie und die Rüsten verwüstet worden. L. Wie kam es denn wohl,
daß sie doch denselben Weg zogen? Sch. Sie mußten; von den
Russen wurden sie dazu gezwungen. L. Die Soldaten schleppten sich
mit den in Moskau geraubten Gold- und Silbersachen vor
wärts, aberBrot hatten sie nur wenig. DieKosacken auf ihren
Ichnellen Pferden umschwärmten das Heer. Wehe denen, die
zur Seite ausweichen wollten! Sch. Sie wurden von den Feinden
niedergestochen oder gefangen weggeführt. L. Aber noch zwei schlimmere
Feinde stellten sich ein! Sch. Das waren Hunger und Frost. L. Warum
die Soldaten hungern mußten, sollt ihr selber sagen! Sch. Aus
Moskau hatten sie nur wenig Lebensmittel mitgenommen. Unterwegs fanden sie
auch nichts. Russen und Franzosen hatten im Sommer alles verwüstet und
verbrannt. L. Dazu kam nun der grimme Winter. Früher als
gewöhnlich wurde es kalt. Es schneite und schneite in einem
fort. Bald war das ganze Land mit tiefem Schnee bedeckt.
Die Kälte stieg auf 30 ° R. Bei 15 0 R. können wir die Kälte
kaum ertragen. Erzählt ihr, wie die beiden Feinde Napoleons
Heer bekämpften! Sch. Als die Soldaten kein Brot mehr zu essen hatten,
wurden sie immer schwächer. Viele sanken hin und starben. L. Das Leichen
tuch fehlte nicht! Sch. Der Schnee deckte sie zu. L. Der zweite
Feind! Sch. Den Soldaten erfroren Nase, Ohren, Hände und Füße. Die
Kälte machte sie steif, daß sie nicht mehr weiter kommen konnten. Wer hinfiel

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