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I. Abteilung. Abhandlungen.
und Abhandlungen an schönem Schreibtisch inmitten seines prächtigen
Salons in tadelloser Gesellschaftstoilette geschrieben habe; man könne
dies auch seiner Abhandlung „Sur le style“ deutlich abmerken. Wie
Buffon für die Abfassung seiner klassischen Tierbilder und Ab
handlungen die vornehme Umgebung und tadellose Kleidung Bedürfnis
war, so war Zahn das Feine in seiner Erscheinung die entsprechende
Darstellung und Äußerung seines Seins, die ungesucht und ungewollt
sich ergebende äußere Form für die Gesinnung und Lebensanschauung,
die ihn beseelte.
Wenn nun Zahn nach seinem ganzen Wesen so wenig in den
Kreis schlichter Volksschullehrer paßte, woher kam dann seine eifer
süchtige Liebe? Wie ist diese zu verstehen?
Man könnte sagen: Wie der rechte General seine Würde fest
zuhalten und dabei doch den geringsten Soldaten als Kameraden zu
schätzen weiß, in seiner Ehrung und Kränkung sich geehrt und gekränkt
fühlt, so hätte auch Zahn den treuen Lehrer in der geringsten Schul
stelle zu schätzen gewußt, mit ihm sich gefreut und gelitten.
Gewiß wußte er von der Zusammengehörigkeit von Seminar
und Volksschule; er wußte, daß er sein Amt nicht recht erfüllen
konnte, wenn er nicht die durch den Bildungsgang des Lehrers, durch
die eigenartigen Gemeinde- und Schulverhältnisse so mannigfaltig
gestaltete Arbeit und Aufgabe desselben recht erkenne; er wußte von
den Schwierigkeiten, die dieser Erkenntnis im Wege stehen und gesteht,
daß sie ihm trotz alles Suchens erst spät aufgegangen sei; aber seine
eifersüchtige Liebe hatte doch noch einen tieferen und sichereren Grund.
In der Schule des Wortes Gottes hatte er die Dinge schätzen
lernen nach ihrem wahren, bleibenden Wert. In dieser Schule hatte
er gelernt, groß von dem Berufe des Lehrers zu denken. Es war
ihm ein heiliger Beruf, der nur als im Dienste Gottes stehend recht
ausgeführt werden kann. Und wie die Wärterin nicht lassen kann
von dem Objekt ihrer Sorge, weil .es ein Menschenkind ist, das sie
hochschätzt, so erwuchs auch Zahn in seiner Sorge für die Schule und
ihre Lehrer eine ähnliche Liebe, die nicht lassen konnte, weil das
Objekt seiner Sorge, die Schule, ihm ein Heiligtum war. Er wußte
aber auch, daß Bedeutung und Wert der Person nicht von der
höheren oder bescheidenen beruflichen Stellung abhängt, sondern von
der Treue, der Hingebung und dem Geschick, mit denen sie ihren
Beruf erfüllt. Weder die hohe Auffassung seines Berufes noch seine
Liebe würde er sich haben bewahren können ohne den guten Grund,
den beide Eigenschaften in seinem festen, christlichen Glauben fanden.

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