Aus Zahns Leben.
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Ich weiß wohl, daß andre Männer ähnlich groß dastehen, ohne
diesen Grund zu kennen. Es ist mir aber immer Zahns treue, un
erschrockene Liebe zu der geringen Volksschule als eines der lehr
reichsten und bedeutendsten Zeugnisse für die Wirkung und Macht
dieses Glaubens erschienen.
Am 20. März 1890 ist Direktor Zahn heimgegangen. 1882
haben Schüler und Freunde mit ihm und den Seinigen in ergreifend
schöner Weise den Tag gefeiert, an dem er vor 50 Jahren aus
Dresden an den Rhein gekommen war (vgl. Evang. Schulbl. 1882).
Dörpfeld hielt die Festrede. Bei dieser Feier wurden ihm auch die
Statuten der zu seinem Gedächtnis gegründeten Zahn-Stiftung über
reicht. Diese Stiftung soll dürftigen jungen Leuten des Regierungs
bezirks Düsseldorf, deren Eltern oder Vormünder Mitglieder der
Stiftung sind, und die es hoffen lassen, daß sie später im Geiste
Zahns als Lehrer tätig sein werden, für die Zeit ihrer Ausbildung
eine Unterstützung gewähren. 4300 M. waren in wenigen Wochen
zusammengekommen. Jetzt beträgt das Vermögen der Stiftung über
16000 M., die Zahl ihrer Mitglieder, die ad min. 2 M. Jahres
beitrag zahlen, ist zur Zeit 204. Gegen 1000 M. konnten in letzter
Zeit jährlich an Stipendien bewilligt werden. Auch der Reingewinn
des vorliegenden Werkes soll unverkürzt der Stiftung zugute kommen.
Um die Bedeutung Zahns auch nur anzudeuten, wäre noch
manches zu sagen. Ich muß die Ausführung der Biographie über
lassen. Der Weg, den die Entwicklung des Volksschulwesens ge
nommen, war der Verwirklichung seiner Gedanken nicht günstig. In
den drei großen Häusern, die Zahn auf Fild hat errichten lassen,
gedachte er seine Gedanken über eine ausreichende Lehrerbildung zur
Ausführung zu bringen; mit „rauher Hand" wurde sie ihm unmöglich
gemacht. Wie ein vielsagendes Zeichen stehen die Häuser dem mit
ihrer Geschichte Bekannten da. Zahns „Biblische Historien mit Lehren
und Liederversen" sind aus Schule und Haus verschwunden. Die an
ihre Stelle getretenen Schulbücher bedeuten vielfach, und nicht nur
nach meinem Urteil, einen wesentlichen Rückschritt. Da war es mir eine
besondere Freude, daß die Barmer „Geschichten aus der Heilsgeschichte"
von A. Vollmer, die in Zahns Sinn ausgewählt und verfaßt sind,
mit dem vorigen Jahre Einlaß in die Schule gefunden haben.
Es wäre wenig in Zahns Sinn, mit einer Klage hier zu
schließen. Nichts Gutes geschieht vergeblich, und wo es vergeblich

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