Napoleons Zug nach Rußland.
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Napoleon ließ die Brücke abbrennen; die Zurückbleibenden
fielen den Russen in die Hände. Napoleon blieb seinem Heere
nicht treu! Sch. Er ließ sein Heer im Stiche und eilte voraus, um nach
Paris zu kommen. L. Gewiß! Aus einem Schlitten jagte er durch
Polen und Deutschland nach Frankreich hin. Von dem großen
Heere kamen ungefähr 25000 Mann nach Deutschland zurück.
Wie denkt ihr euch den Zustand und das Aussehen dieser armen
Leute? Sch. Sie hatten magere und blasse Wangen. Die Füße waren
erfroren. Nur mit Lumpen waren sie bekleidet. L. Viele konnten über
haupt nicht mehr gehen! Sch. Sie humpelten auf Krücken daher. L. Aber
allen konnte man ansehen, was sie a usgestanden hatten. Warum
nahm der Kriegszug ein so trauriges Ende? Sch. Gott wollte den
stolzen Napoleon für seinen Hochmut bestrafen. L. Ja, der Herr des
Himmels war über den stolzen Napoleon gekommen. An die
Mauern der alten Kaiserburg in Moskau hatte Gottes Finger
mit Glutbuchstaben geschrieben: Bis hieher und nicht weiter!
Hier sollen sich deine stolzen Wellen legen!
Überschrift!
Das große Heer geht unter.
L. Wie wollte Napoleon seine Verlegenheit verbergen?
Sch. Napoleon wurde es auch bald unheimlich zu Mute. Zurückziehen wollte
er nicht. Dazu war er zu stolz. Er war ja auch noch der Sieger. Den
Russen ließ er einen Waffenstillstand anbieten. Den vom Feuer verschonten Teil
Moskaus wollte er räumen. L. Wie nahmen die Russen Napoleons
Anerbieten auf? Sch. Zunächst gaben sie keine Antwort. Sie dachten:
Wenn erst der kalte Winter kommt, sollen sie schon zahm werden! Endlich kam
Alexanders Antwort: Sie lautete: Von Frieden kann keine Rede sein; der Krieg
soll erst recht anfangen! L. Wie wirkte diese Nachricht auf Napoleon?
Sch. Wie ein Donnerschlag traf sie ihn; denn nun blieb ihm nur der Rückzug
übrig. Am 17. Oktober setzte sich das Heer von 100000 Mann in Bewegung.
L. Warum wollten sie nicht den früheren Weg ziehen? Sch. Sie
selber und die Russen hatten auf dem Herwege Städte und Dörfer verwüstet.
Darum wollten sie durch andre Gegenden ziehen. L. Wie kam es denn,
daß sie doch diesen Weg nahmen? Sch. Sie wurden von den Russen
dazu gezwungen. Die Soldaten schleppten sich mit den geraubten Gold- und
Silbersachen mühsam vorwärts; aber Brot hatten sie nur wenig. Die Kosacken
auf ihren schnellen Pferden umschwärmten das Heer. Wer zur Seite ausweichen
wollte, wurde niedergestochen, oder gefangen weggeführt. L. Warum mußten
denn die Soldaten hungern? Sch. Aus Moskau halten sie nur wenig
Lebensmittel mitgenommen. Unterwegs fanden sie auch nichts. Russen und
Franzosen hatten im Sommer alles verwüstet und verbrannt. L. Nun erzählt
noch von dem dritten Feinde der Franzosen! Sch. Das war der
grimmige Winter. Früher als gewöhnlich wurde es kalt. Es schneite und
schneite in einem fort. Bald war das ganze Land mit tiefem Schnee bedeckt.
Die Kälte stieg bis auf 30" L. L. Wie hat der Hunger das Heer
bekämpft? Sch. Als die Soldaten kein Brot mehr zu effen hatten, wurden

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