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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
sie immer schwächer. Viele sanken hin und starben. Der Schnee war das weiße
Leichentuch. L. Wie zeigte sich die Kälte als schrecklicher Feind?
Sch. Den Soldaten erfroren Nase, Ohren, Hände und Füße. Die Kälte machte
sie so steif, daß sie nicht mehr weiter kommen konnten. Wer hinfiel, oder fich
hinsetzte, schlief ein und stand nicht wieder auf. L. Wie verhielten sich
die Kameraden? Sch. Keiner kümmerte sich um die gefallenen Kameraden.
Jeder hatte mit sich selbst genug zu tun. L. Welche Anstrengungen
machten die Soldaten, uni sich gegen die Kälte zu schützen?
Sch. Den Sterbenden zog man die Kleider aus, um sich damit zu erwärmen.
Tornister, Säbel und Gewehre wurden weggeworfen. Die machten ihnen ja das
Gehen noch schwerer. Alle Häuser und Scheunen, die noch am Wege standen,
wurden angezündet; die Armen wollten sich wärmen. L. Aber das Feuer
brachte sehr vielen den Tod! Sch. Manche konnten vor Hunger und
Kälte nicht mehr denken. Sie krochen auf Händen und Füßen in die Flammen
und verbrannten. Am Morgen saßen ganze Scharen erfroren um die erloschenen
Feuer. L. Erzählt, wie der schreckliche Hunger die Menschen zu
Tieren machte! Sch. Um die hingefallenen Pferde schlugen sich die Soldaten;
jeder wollte das größte Stück haben. Leichen haben sie im Feuer gebraten und
gegeffen. Viele nagten in der Verzweiflung an ihren Armen und Beinen.
L. Sprecht auch das Aussehen des Weges von Moskau zur
preußischen Grenze hin aus! Sch. Städte und Dörfer waren nieder
gebrannt. Waffen aller Art standen und lagen da. Die ganze unheimliche
Straße war mit Leichen bedeckt. 240000 Tote hat man im Jahre 1813 in
Rußland verscharrt. L. Warum konnten die Soldaten nicht über
die Beresina kommen? Sch. Im November gab es Tauwetter. Der
Heerhaufe Napoleons kam an die Beresina. Brücken waren nicht da. Die
andern großen Flüsse hatten die Soldaten gut überschreiten können, weil sie fest
zugefroren waren. Auf der Beresina trieben nur noch Eisschollen. L. Warum
kamen die meisten trotz der neugebauten Brücken nicht hinüber?
Sch. Zwei Brücken wurden gebaut. Die Russen schossen in die dichten Haufen
hinein. Auf den Brücken war ein fürchterliches Durcheinander von Wagen,
Pferden und Menschen. Plötzlich krachte die eine Brücke, und Hunderte stürzten
in den Fluß. Die hinten standen, drängten immer weiter vor. Von dem
Einbrechen der Brücke hatten sie nichts gemerkt. Darum stürzten immer mehr
Soldaten in das kalte Wasser hinab. L- Erzähle, was sie in ihrer
Todesangst taten! Sch. Sie klammerten sich an alles an, was ihnen vor
Augen kam. Aber das kalte Wasser machte ihre Glieder starr, und sie versanken
in den Fluten. Mancher stieß seinen Kameraden von sich, weil er glaubte, der
würde ihn mit in das kalte, nasse Grab hinabziehen. L. Auf der zweiten
Brücke wurde das Gedränge noch größer! Sch. Viele der Aus
gehungerten stürzten nieder und wurden zertreten, oder von den Rädern der
Wagen zerquetscht. Ganze Haufen stürzten auch ins Wasser. Fluchen, Jammern,
Klagen, Stöhnen und Bitten wurden von dem Donner der russischen Kanonen
übertönt. L. Wie machte Napoleon der Sache ein rasches Ende?
Sch. Er ließ die Brücke abbrennen; die Zurückbleibenden fielen den Russen in
die Hände. Der Kaiser verließ sein Heer und eilte auf einem Schlitten durch
Deutschland nach Frankreich. L. In welchem schrecklichen Zustande kam
der Rest des großen Heeres nach Deutschland zurück? Sch. Von

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