Rundschau.
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bezeichnung, ist möglichst einzuschränken; namentlich aber ist die Einführung und
der Gebrauch von bedeutungslosen Namen zu vermeiden.
5. Als Gattungsname wird in der Regel die gebräuchlichste der
vorhandenen deutschen Benennungen zu wählen sein (Holunder statt Flieder,
Flieder statt Syringe).
6. Der Gattungsname darf einer Art der Gattung entlehnt werden,
wenn auch die andern Arten diese Bezeichnung nicht aufweisen (Artemisia vul
garis — Beifuß — könnte zugleich für A. absinth. bestimmend sein).
7. Unter sonst gleichen Verhältnissen wird a) der einfache Name dem zu
sammengesetzten vorgezogen oder b) derjenige Name wird gewählt, der irgend
eine kennzeichnende Eigenschaft der Pflanze zum Ausdruck bringt (Lerchen
sporn) oder c) der „botanische" Name entscheidet (Liguster nach Ligustrum).
8. Auch für die A rt b ez e i ch n u n g, soweit sie notwendig ist, eutscheidet
a) der Sprachgebrauch (Sal-Weide) oder b) der Umstand, daß irgend eine
kennzeichnende Eigenschaft durch die Benennung zum Ausdruck gelangt (Spitz-Ahorn).
9. Wenn für eine Art die Benennung schwankt, so möge ebenfalls der
„botanische" Name entscheiden (Korb-Weide).
10. Die Familien werden möglichst entsprechend der wissenschaftlichen Be
zeichnung benannt: Lippenblütler für Labiaten, Nachtschattengewächse für Solancen.
In einzelnen Fällen ist jedoch eine Abweichung gebräuchlich: Korbblütler für Kom
positen." A.
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Universität und Bolksschullehrer. Unter dieser Überschrift veröffentlicht Prof.
W. Rein in der Zeitschrift für Phil. und Päd. folgendes:
Den „Königsberger Sätzen" stelle ich folgende gegenüber:
1. Die Universitäten sind in ihrer gegenwärtigen Verfassung vollständig ungeeignet
für die Ausbildung der Volksschullehrer, wohl aber erscheinen sie als Zenträlstätten
wissenschaftlicher Arbeit dazu berufen, der Fortbildung der Lehrer zu dienen.
2. Jeder Lehrer soll auf Grund seines Seminarabgangszeugnisses an jeder Uni
versität immatrikuliert werden können, wie dies bereits an mehreren Universitäten
geschieht.
Die Begründung habe ich in Lohmeyers Deutscher Monatsschrift (Augustheft) zu
geben versucht. Es sei hier in Kürze folgendes dazu bemerkt:
1. Nach den Königsberger Sätzen soll der gleiche Bildungsgang durchlaufen werden
wie der der Oberlehrer. Das ist ein falsches Ziel. Der Bildungsgang der Volks
schullehrer soll zwar gleichwertig, aber nicht gleichartig sein. So verlangt es unsre
Volksschulerziehung.
2. Bei den Oberlehrern kommt das Seminar nach der Universität, bei den Bolks-
schullehrern vor derselben. So soll es bleiben. Dies hat seinen guten Grund in der
Eigenart der Volksschulerziehung.
3. Die Universitäten lehnen die Ausbildung ab, da sie in ihrer jetzigen Verfassung
nur der Fortbildung der Volksschullehrer gerecht werden können.
4. Der Prozentsatz der Lehrer, die ihre Fortbildung auf der Universität suchen,
wird von Jahr zu Jahr steigen. Dieser allmählichen Entwicklung auf gegebener
Grundlage werden die Universitäten gewiß gern entgegenkommen, wie dies schon in
Leipzig, Jena und Gießen der Fall ist.
5. Eine Reform der Lehrerseminare, wie sie bereits in Preußen angebahnt worden
ist, hat damit Hand in Hand zu gehen, vor allem auf Grund eines gut durchgebildeten
Lehrerkollegiums, das wissenschaftlich und pädagogisch auf der Höhe stehen muß, die
man mit Recht von Lehrerbildnern verlangen kann.
Das Mannheimer Sonderklasiensystem. Auf der 6. Versammlung des „Vereins
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