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wie behandelt der „Geschaftsfiihrende Ausschuß
des Deutschen LehrerveretnS" anläßlich der
Simultanschulfrage die Schulverfaffungs-
anschauungen DörpfeldS V
Wie wohl allgemein bekannt sein dürfte, wird in diesem Jahre in allen
Lokal- und Provinzialvereinen des Deutschen Lehrervereins auf Anregung des
Verbandsvorstandes die Simultanschulfrage behandelt. Um diesen bei der Arbeit
einige Handreichung zu leisten, hat der Geschäftsführende Ausschuß des Deut
schen Lehrervereins" in der Person seines Beauftragten, des Herrn Pretzel, weil
die Literatur über diese Frage so außergewöhnlich groß sei, dabei eine gewisse
Führung übernommen, indem er in den Nummern 10—13 der „Pädagogischen
Zeitung" einen Artikel veröffentlichte, der „durch Charakterisierung der Haupt
schriften bezw. durch Auszüge daraus zugleich die wichtigsten für die Behandlung
der Frage in Betracht kommenden Punkte materiell klarlegen" sollte. So wurde
die Simultanschulsrage unter Anführung von 44 hierher gehörigen Schriften
bearbeitet: 1. vom geschichtlichen, 2. vom politischen, 3. vom religiösen und
4. vom pädagogischen Standpunkte aus. Diese Arbeit, sofern sie vorurteilsfrei
und mit der nötigen Sachkenntnis ausgeführt wurde, konnte jedenfalls eine recht
ersprießliche Hilfe leisten und verdiente gewiß allgemeine Anerkennung. Was aber
dieser Arbeit auf alle Fälle eine erhöhte Bedeutung verleiht, das ist der Umstand,
daß sie ausgeht von einer Stelle, die gleichsam als leitende Seele des Deutschen
Lehrervereins einen recht gewichtigen Einfluß auf das innere Leben und die
Lebensäußerungen der untergeordneten Vereine auszuüben vermag, und die zum
andern berechtigt ist, ihr Urteil in Schul- und Lehrerfragen als das der über
wiegenden Mehrheit des Deutschen Lehrervereins auszugeben, solange die letztere
nicht ihre etwaige Abweichung davon ausdrücklich dokumentiert hat. In anbe-
tracht dieser bedeutungsvollen und einflußreichen Stellung eines Führers und
Vertreters einer so großen Lehrerschar darf aber wohl mit allem Recht erwartet
werden, daß der Geschäftsführende Ausschuß, durchdrungen von der großen Ver
antwortlichkeit seines hohen Amtes, bestrebt sein werde, sich vor seinem Eingreifen
in die Verhandlungen mit allem Fleiß über die betr. Angelegenheit zu orientieren
und sich aller vorgefaßten Parteinahme zu enthalten und strengste Parität zu
wahren, damit der Sachverhalt in jeder Beziehung völlig zutreffend zur Dar
stellung gelange und das Urteil der untergeordneten Vereine lediglich durch das
Gewicht der vorgebrachten sachlichen Gründe bestimmt und nicht durch eine
geschickte Mache in die gewünschte Richtung hineingedrängt wird. Diese Ver
pflichtung scheint auch der Verfasser des Artikels als durchaus billig empfunden
zu haben, denn er beteuert ausdrücklich: „Es ist vor allen Dingen das Bestreben
des Bearbeiters gewesen, möglichst objektiv nach allen Seiten hin zu verfahren
und seiner persönlichen Ansicht auf die vorliegende Darstellung möglichst keinerlei
Einfluß zu gewähren." Ob nun aber auch die Arbeit Zeugnis ablegt für die
erforderliche Sachkenntnis und Unparteilichkeit, das mögen die Leser dieses Blattes
an der Hand der nackstehenden Ausführungen selbst beurteilen. Ich beschränke
mich bei dieser Prüfung nur auf den einen Punkt, wie die betr. Äußerungen
Törpfclds von dem Geschäftsführenden Ausschusie behandelt worden sind.
Zunächst muß es jeden mit der Sachlage hinreichend Orientierten eigen-

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