III. Abteilung. Literarischer Wegweiser.
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fassung von dem Wirken, Lehren und der Person Christi. Da fällt freilich, wie sie
ankündigten, vieles, sehr vieles, „woran unser Herz hängt," sicher aber nicht gestürzt
von modernen Titanen aus Freude an der Zerstörung. Es ist ihnen manchmal selbst
nicht wohl dabei zu Mute: „Hier ist nun ein Punkt" (bei den Kindheitsgeschichten Jesu
nämlich), „wo wir alle, denen die Weihnachtsgeschichte ans Herz gewachsen ist, nur mit
Schmerzen den Weg der Wissenschaft betreten können." Andrerseits: „Und — wie
dürftig und lückenhaft auch unsre Kunde über Jesus sei — so reich ist sie immer noch,
daß ein empfängliches Gemüt einen vollen und mächtigen Eindruck empfangen kann von
seiner wunderbaren Größe." Von den Herrenworten heißt es: „Sie sind unmittelbar
verständlich, wirken auf den ersten Blick, aber wenn man sie zum hundertsten Male be
trachtet und bedenkt, so sagen sie noch etwas Neues. Sie sind unergründlich, uner
schöpflich, wie die Wahrheit selber; aber wie die höchste Wahrheit, nicht bloß mit dem
Denken zu erfassen, sondern vor allem durch das Erleben. Darum kann ihren Gehalt
nur der voll empfinden, der sie im eigenen Leben immer wieder erprobt hat . .
Hinter diesen Worten steht eine Persönlichkeit, deren inneres Leben sich in ihnen mit
schlichter Größe spiegelt. In diesem Sinne wird ihre „Echtheit" jedem, der sich mit
ihnen beschäftigt, im ganzen immer zweifelloser werden, wenn er sich auch genötigt sehen
wird, Einzelnes preiszugeben." „Vor allem wünschen wir, dem Leser etwas von der
Ergriffenheit und Ehrfurcht mitzuteilen, die wir selbst den Worten Jesu gegenüber
empfinden."
Dieser grundsätzlichen Stellungnahme entspricht auch durchaus die Erklärung,
soweit sie bis dahin vorliegt (Mark. 1—8). Ein Gesamturteil läßt sich noch nicht darüber
gewinnen, nur sagen, daß das, was die Verfasser, wie angeführt, erstreben, vielfach als
sehr wohlgelungen erscheint. Eine lebensvolle, den Heiland uns unmittelbar vergegen
wärtigende, fesselnde Exegese. Urteilen wollen wir heute überhaupt über das Unter
nehmen noch nicht, sondern den Verfassern und ihrem Bestreben insofern gerecht werden,
als wir sie selbst zu Worte kommen und sich darüber aussprechen ließen. Soviel muß
ich freilich bekennen, daß auch ein „Altmodischer" wie ich mich mit Kaftan nenne, diese
moderne Schrifterklärung mit Spannung studiert und bei manchem Widerspruch, zumal
gegenüber der Wunderscheu dieser Ausleger, sie doch nicht ohne höchst dankenswerte
Anregungen und Belehrungen aus der Hand gelegt habe. von Rohden.
Zur Rezension eingegangene Vücher.
An die Herren Verleger!
Das „Evangelische Schulblatt" hat nicht Raum genug, um über jedes ihm zugesandte Buch eine
Rezension bringen zu können. Die betr. Bücher werden aber sämtlich am Schlüsse der Hefte als zur
Besprechung eingesandt namhaft gemacht. Es bleibt zumeist den Herren Rezensenten überlassen, welches
Buch durch eine längere Besprechung oder kürzere Anzeige besonders hervorgehoben werden soll. Auf eine
Rücksendung der nicht rezensierten Bücher kann sich die Redaktion nicht einlassen, es sei denn, letztere habe
sich selbst ein Bstch zum Zwecke der Besprechung vom Verleger erbeten.
Diez, E. und Müller, H., Rektor R. Dietlein's Deutsche Fibel. Neubearb. mit Jllustr
27. (l.) Aufl. Ausg A. 3. Aufl. 112 S. Leipzig und Berlin >904, Th. Hoffmann
0,45 M.
124. (i.) Aufl. Ausg. B I. 80 S. Ebenda. 0,30 M.
89. (1.) Aufl. Ausg. Bll. 112 S. Ebenda. 0,50 M.
i. Aufl. Ausg. C. 128 S. Ebenda. o,45 M.
Kentenich, G., (F. Kreutz), Aufgabenhefte für den Rechenunterricht in der Volksschule,
l. Heft. 245. Aufl. 63 S- Düsseldorf 1903, L. Schwann. Geb. 0,40 M.
2. Heft. 304. Aufl. 79 S- Ebenda 1904. Geb. 0,40 M.
3. Heft. 225. Aufl. 64 S. Ebenda 1904. 0,40 M
4. Heft. Ausg. A. 135. Aufl. 125 S. Ebenda 1904. 0,75 M.
4. Heft. Ausg. B. 88. Aufl. 87 S. Ebenda 1904. 0,40 M.
Antworten und Lösungen, l. Heft: Methodik. 88 S. Ebenda 1904. Geh. i M.
2. Heft: Methodik. 40 S. Ebenda 1904. Geh. 0,60 M.
— — 3. Heft: Methodik. 43 S- Ebenda 1904. Geh. 0.60 M.
Heft 4a; Methodik. 92 S. Ebenda 1904. Geh. 1,20 M.
Heft 4b; Methodik. 68 S. Ebenda 1904. Geh. 0,80 M-
Heinze-Rosenburg, Die Geschichte für Lehrerbildungsanstalten (4 Teile). 4. Teil (neueste
Geschichte bis zur Gegenwart von H. Rosenburg). 2. verb.- Aufl. 181 S. mit

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